Kommentare: Eisbaerenklasse http://www.eisbaerenklasse.de/ Kommentar-Feed zum Beitrag: Lehrer gegen Lehrer Kommentar von:Luisa http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#8.1 Leider gehört es nach wie vor und nicht nur beim Thema Inklusion zur Zunft des Lehrers zu jammern. Dein Plädoyer kann man auch auf andere Bereiche übertragen. Hoffentlich nehmen es sich viele zu Herzen. Meiner Meinung nach gehört es zu einem professionellen Handeln aus dem Tal des Jammerns schnell herauszukommen. Ansonsten sollte man sich damit in die nächste Kneipe verziehen. <br /><br />Danke wie immer für deine Gedanken. Ich wünschte mir, alle Schulleiter wären so wie du!<br /><br />Luisa
Danke wie immer für deine Gedanken. Ich wünschte mir, alle Schulleiter wären so wie du!

Luisa]]>
Luisa Luisa 2017--0-8-T28: 0:0:+01:00
Kommentar von:Melly http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#7.1 Liebe Susanne,<br />du hast viel Kluges geschrieben, ich stimme dir zu.. Ich bin nicht mehr im Stadium der Wut, sondern wir sind auf einem guten Weg, fühle mich gefordert, aber nicht überlastet. Und denoch drängt sich mir oft eine Frage auf: ist die inklusive Beschulung wirklich für jedes Kind das Beste? Wohin würde ich als Mutter mein beeinträchtigtes Kind mit leichterem Herzen hinschicken? Solange es diese Fragen noch gibt , möchte ich immer auch für den Erhalt von Förderschulen eintreten (was machen grenzenlos anachronistisch erscheint) Dort wird tolle Arbeit geleistet. An den Grundschulen auch, aber... ( Und wieder kommen die Fragen von oben). Jedes Kind ist bei mir willkommen und wird so gut es geht aufgegangen. Ist es aber für das Kind am Besten?Das möchte ich gerne zur Diskussion stellen.<br />Liebe Grüße Melly du hast viel Kluges geschrieben, ich stimme dir zu.. Ich bin nicht mehr im Stadium der Wut, sondern wir sind auf einem guten Weg, fühle mich gefordert, aber nicht überlastet. Und denoch drängt sich mir oft eine Frage auf: ist die inklusive Beschulung wirklich für jedes Kind das Beste? Wohin würde ich als Mutter mein beeinträchtigtes Kind mit leichterem Herzen hinschicken? Solange es diese Fragen noch gibt , möchte ich immer auch für den Erhalt von Förderschulen eintreten (was machen grenzenlos anachronistisch erscheint) Dort wird tolle Arbeit geleistet. An den Grundschulen auch, aber... ( Und wieder kommen die Fragen von oben). Jedes Kind ist bei mir willkommen und wird so gut es geht aufgegangen. Ist es aber für das Kind am Besten?Das möchte ich gerne zur Diskussion stellen.
Liebe Grüße Melly ]]>
Melly Melly 2017--0-8-T27: 2:0:+01:00
Kommentar von:Sabine http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#6.1 Liebe Susanne, <br />vielen Dank für deinen Text. Das, was du beschreibst habe ich erleben müssen. Ich war als Förderschullehrerin an zwei verschiedenen Grundschulen eingesetzt, mit den allseits bekannten wenig schönen "Nebenwirkungen": viel Fahrerei, nirgendswo richtig "zu Hause", nie da, wenn ich gebraucht wurde (weil in anderer Schule oder in anderer Klasse), kurz: alles für mich sehr unbefriedigend. <br />Während sich die eine Schule bequem im "Tal des Jammerns" einrichtete, suchte die andere Schule nach kreativen Ideen mit mangelhaften Bedingungen umzugehen. Wir haben stundenlang zusammengesessen, Idee entwickelt, Ideen verworfen, ausprobiert, neu strukturiert und hatten dann nach einiger Zeit eine Möglichkeit gefunden, wie an der einen Grundschule Unterricht gemacht werden konnte, der alle grundlegend zufrieden stellt. Der Erfolg gab der Schule Recht, Lehrer, Schüler und Eltern waren hochzufrieden, die Stimmung in der Schule war auch mit vielen I-Kindern entspannt und Eltern aus anderen Schulbezirken fragten regelmäßig an, ob sie nicht in diese Schule wechseln könnten. Und damit fing das Problem an. Anstatt sich die Schule anzuschauen und zu überlegen, ob so ein Modell auch für die eigene Schule machbar ist oder ob man in eine andere Richtung denken sollte, machte man lieber die "erfolgreiche" Schule schlecht. Die hätten ja eine bessere Ausstattung, die Kinder seien "einfacher", die Eltern engagierter, die Förderschullehrer "besser"... viele Gründe, um nicht selbst aktiv werden zu können, eben das "Tal des Jammers". Aber der Neid kam nicht nur von anderen Schulen, sondern sogar das Schulamt agierte ähnlich. Auch die schauten sich die Schule nicht an, sondern erklärten einfach: Alle sollten sich diese Schule mal zum Vorbild nehmen, die schaffen Inklusion ohne zusätzliches Geld und mit der vorgegebenen Stundenzuweisung, es sei unverständlich, warum andere dies nicht könnten. Das schürte natürlich Aggressionen bei den anderen Schulen. Das Schulamt reagierte und kürzte unsere Förderschullehrerstunden ("das läuft so gut, da werden sie ja nicht mehr gebraucht") oder Förderschullehrkräfte einfach an andere Schulen versetzt, um dort unser "Erfolgsmodell" aufzubauen. Ich musste ständig neue Kolleginnen einarbeiten, die unser Modell teilweise auch gar nicht gut fanden und dies dann auch massiv blockiert haben (leider ist die Macht der Förderschullehrer ja groß, da sie nicht Teil des Kollegiums sind, sondern nur gegenüber dem Beratungszentrum verantwortlich und Regelschulleiter nicht Weisungs befugt sind). Kurz, es waren lange anstrengende Jahre, bis wir ein funktionierendes Inklusionskonzept für uns gefunden hatten und dann wurde es "von außen" kaputt gemacht, weil die Menschen, die dieses Konzept getragen haben, einfach an andere Schulen geschickt wurden und jetzt ist der Frust im Kollegium der ehemals "erfolgreichen" Schule groß. Und jetzt kommen die anderen und sagen: "Seht ihr, Inklusion geht nicht." Aber wir alle wissen, dass es ging, als man uns machen ließ, was gut für uns und die Kinder war. <br /><br />Grüße von Sabine vielen Dank für deinen Text. Das, was du beschreibst habe ich erleben müssen. Ich war als Förderschullehrerin an zwei verschiedenen Grundschulen eingesetzt, mit den allseits bekannten wenig schönen "Nebenwirkungen": viel Fahrerei, nirgendswo richtig "zu Hause", nie da, wenn ich gebraucht wurde (weil in anderer Schule oder in anderer Klasse), kurz: alles für mich sehr unbefriedigend.
Während sich die eine Schule bequem im "Tal des Jammerns" einrichtete, suchte die andere Schule nach kreativen Ideen mit mangelhaften Bedingungen umzugehen. Wir haben stundenlang zusammengesessen, Idee entwickelt, Ideen verworfen, ausprobiert, neu strukturiert und hatten dann nach einiger Zeit eine Möglichkeit gefunden, wie an der einen Grundschule Unterricht gemacht werden konnte, der alle grundlegend zufrieden stellt. Der Erfolg gab der Schule Recht, Lehrer, Schüler und Eltern waren hochzufrieden, die Stimmung in der Schule war auch mit vielen I-Kindern entspannt und Eltern aus anderen Schulbezirken fragten regelmäßig an, ob sie nicht in diese Schule wechseln könnten. Und damit fing das Problem an. Anstatt sich die Schule anzuschauen und zu überlegen, ob so ein Modell auch für die eigene Schule machbar ist oder ob man in eine andere Richtung denken sollte, machte man lieber die "erfolgreiche" Schule schlecht. Die hätten ja eine bessere Ausstattung, die Kinder seien "einfacher", die Eltern engagierter, die Förderschullehrer "besser"... viele Gründe, um nicht selbst aktiv werden zu können, eben das "Tal des Jammers". Aber der Neid kam nicht nur von anderen Schulen, sondern sogar das Schulamt agierte ähnlich. Auch die schauten sich die Schule nicht an, sondern erklärten einfach: Alle sollten sich diese Schule mal zum Vorbild nehmen, die schaffen Inklusion ohne zusätzliches Geld und mit der vorgegebenen Stundenzuweisung, es sei unverständlich, warum andere dies nicht könnten. Das schürte natürlich Aggressionen bei den anderen Schulen. Das Schulamt reagierte und kürzte unsere Förderschullehrerstunden ("das läuft so gut, da werden sie ja nicht mehr gebraucht") oder Förderschullehrkräfte einfach an andere Schulen versetzt, um dort unser "Erfolgsmodell" aufzubauen. Ich musste ständig neue Kolleginnen einarbeiten, die unser Modell teilweise auch gar nicht gut fanden und dies dann auch massiv blockiert haben (leider ist die Macht der Förderschullehrer ja groß, da sie nicht Teil des Kollegiums sind, sondern nur gegenüber dem Beratungszentrum verantwortlich und Regelschulleiter nicht Weisungs befugt sind). Kurz, es waren lange anstrengende Jahre, bis wir ein funktionierendes Inklusionskonzept für uns gefunden hatten und dann wurde es "von außen" kaputt gemacht, weil die Menschen, die dieses Konzept getragen haben, einfach an andere Schulen geschickt wurden und jetzt ist der Frust im Kollegium der ehemals "erfolgreichen" Schule groß. Und jetzt kommen die anderen und sagen: "Seht ihr, Inklusion geht nicht." Aber wir alle wissen, dass es ging, als man uns machen ließ, was gut für uns und die Kinder war.

Grüße von Sabine]]>
Sabine Sabine 2017--0-8-T27: 1:2:+01:00
Kommentar von:Silke http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#5.1 Liebe Susanne Schäfer,<br />sie sprechen mir zutiefst aus dem Herzen. Sehr gut geschrieben. Es muss sich was ändern...<br /><br />Herzliche Grüße<br />S.Geng sie sprechen mir zutiefst aus dem Herzen. Sehr gut geschrieben. Es muss sich was ändern...

Herzliche Grüße
S.Geng]]>
Silke Silke 2017--0-8-T27: 1:0:+01:00
Kommentar von:Frau Stier http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#4.1 Liebe Susanne, <br />ich denke, da ist viel Wahres dran. Ich stehe als Sonderpädagogin quasi "auf der anderen Seite" (metaphorisch gesehen) und bin seit einigen Jahren nun in der Inklusion tätig. Und was soll ich sagen - es klappt mal mehr, mal weniger gut. Und das hängt auch durchaus damit zusammen, in welcher Phase sich das Kollegium befindet.<br /><br />Viel Unmut trifft auch mich und meine Kollegen - wir sehen, dass es brennt. Vielfach brennt. Und doch können wir auch nur das tun, was uns im Rahmen der Möglichkeiten gegeben ist. Das trifft uns genauso, wie die Grundschulkollegen und es hinterlässt vielfach ein Gefühl von "Unbefriedigt sein" und dem Gefühl, "Nicht zu genügen". Ich habe viele Kollegen, die sich deshalb dafür entscheiden, zurück an eine Förderschule zu gehen. Denn dort ist der Handlungsspielraum größer, viele haben das Gefühl, dort mehr zu "nützen" und den Kindern besser gerecht zu werden. Denn im Endeffekt ist es ja genau das, was wir alle wollen - den Kindern gerecht werden, die unserer Unsterstützung bedürfen. Und das ist in der Inklusion häufig so viel schwieriger, auch, weil die Aufgaben so anders sind und eine sehr hohe Flexibilität erfordern, die man nicht unbedingt erlernen kann. <br />Und auch die Ausbildung der Sonderpädagogen ist vielfach noch nicht so weit - und entwickelt sich auch sehr langsam nur weiter. <br />Danke für deinen Text. Er regt zum Nachdenken an und bietet einen guten Überblick. <br /><br />Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet, <br />Frau Stier ich denke, da ist viel Wahres dran. Ich stehe als Sonderpädagogin quasi "auf der anderen Seite" (metaphorisch gesehen) und bin seit einigen Jahren nun in der Inklusion tätig. Und was soll ich sagen - es klappt mal mehr, mal weniger gut. Und das hängt auch durchaus damit zusammen, in welcher Phase sich das Kollegium befindet.

Viel Unmut trifft auch mich und meine Kollegen - wir sehen, dass es brennt. Vielfach brennt. Und doch können wir auch nur das tun, was uns im Rahmen der Möglichkeiten gegeben ist. Das trifft uns genauso, wie die Grundschulkollegen und es hinterlässt vielfach ein Gefühl von "Unbefriedigt sein" und dem Gefühl, "Nicht zu genügen". Ich habe viele Kollegen, die sich deshalb dafür entscheiden, zurück an eine Förderschule zu gehen. Denn dort ist der Handlungsspielraum größer, viele haben das Gefühl, dort mehr zu "nützen" und den Kindern besser gerecht zu werden. Denn im Endeffekt ist es ja genau das, was wir alle wollen - den Kindern gerecht werden, die unserer Unsterstützung bedürfen. Und das ist in der Inklusion häufig so viel schwieriger, auch, weil die Aufgaben so anders sind und eine sehr hohe Flexibilität erfordern, die man nicht unbedingt erlernen kann.
Und auch die Ausbildung der Sonderpädagogen ist vielfach noch nicht so weit - und entwickelt sich auch sehr langsam nur weiter.
Danke für deinen Text. Er regt zum Nachdenken an und bietet einen guten Überblick.

Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet,
Frau Stier]]>
Frau Stier Frau Stier 2017--0-8-T27: 1:0:+01:00
Kommentar von:Tanja http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#3.1 Ganz tolle Gedanken! Kann ich total unterstreichen! Bei uns wäre sicher viel (mehr) möglich, wenn die Schulleitung nicht nur nach ihrem Ansehen nach oben (SSA/RP) geschaut hätte und Inklusionskinder egal welcher Förderrichtung angenommen hätte, egal ob ein Kollegium das leisten kann oder nicht, sondern im Team mit dem Kollgium gearbeitet hätte, um zu realisieren, wie hilflis und überfordert einzelne Lehrkräfte mit der zusätzlichen Belastung (die es in dem Fall war) sind. Es gab eine Klasse, in der es super klappte, die Kinder konnten auf ihrem Niveau lernen und waren gut in der Klasse integriert, also kann es ja in der anderen Klasse nicht so schwer sein - folglich muss die Lehrkraft mit ihren Hilferufen übertreiben. Wir Kollegen sahen die Situation, boten Unterstützung an, aber vonseiten der Schulleitung kamen nur weitere "Stolpersteine". <br />Wie du sagst, im Team geht es, die Schulleitung muss die Kollegen schützen vor dem, was nicht geleistet werden kann und auch nicht muss. Wenn das nicht geschieht, dann bleibt Inklusion nur ein Wunschdenken! <br />Wir starten nun ins neue Schuljahr mit neuer Schulleitung und hoffen das beste - gemeinsam einen guten Weg finden! Wie du sagst, im Team geht es, die Schulleitung muss die Kollegen schützen vor dem, was nicht geleistet werden kann und auch nicht muss. Wenn das nicht geschieht, dann bleibt Inklusion nur ein Wunschdenken!
Wir starten nun ins neue Schuljahr mit neuer Schulleitung und hoffen das beste - gemeinsam einen guten Weg finden!]]>
Tanja Tanja 2017--0-8-T27: 1:0:+01:00
Kommentar von:Angela Gastol http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#2.1 Liebe Susanne, ich lese deine Texte unheimlich gerne. Du teilst deine Gedanken und deine Sichtweise mit uns und regst uns dadurch auch zum Nach- und Weiterdenken an. Vielen Dank dafür und ein tolles, neues Schuljahr! Alles Liebe, Gela Angela Gastol Angela Gastol 2017--0-8-T27: 0:9:+01:00 Kommentar von:Sandra http://www.eisbaerenklasse.de/index.php?use=comment&id=82#1.1 Danke für deinen wirklich tollen Post, lg Sandra Sandra 2017--0-8-T27: 0:9:+01:00