Es stößt nicht überall auf Gegenliebe, wenn man als Schulleiterin eine Klassenführung übernimmt. Das Argument, sich mit der Klassenführung weder hundertprozentig auf die Klasse noch hundertprozentig auf Schulleitung konzentrieren zu können ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.
Manchmal ist der Spagat, den man machen muss, recht groß.
Wobei es weniger um ein Zeitproblem geht, als vielmehr darum, sich selbst sehr gut aufzustellen und strukturieren zu müssen, um beidem gerecht zu werden.
Die Gefahr jedoch, die bei mir besteht, zu einer reinen Dokumentenverwalterin zu werden, ist zu groß, als dass ich sie eingehen möchte.
Zum einen möchte ich, dass unsere Schule keine Papierschule wird. Eine Schule voller geschriebener Konzepte, gut gefüllter Aktenordner und geduldigem Papier.
Schule muss meiner Meinung nach gelebt werden und Kinder gehen immer vor!
Nur mit einer Klassenführung gelingt es mir, Schulentwicklung wirklich zu leben, Probleme des Teams realistisch und praxisnah nachvollziehen zu können und Stressfallen zu erkennen.
Terminfluten zu erkennen, zu minimieren und im Austauch zu bleiben. Ich muss Inklusion aus Lehrersicht erleben und hautnah erfahren, um darüber kompetent sprechen und diskutieren zu können. Und letzlich bin ich natürlich Lehrerin geworden, um mit Kindern zu arbeiten und nicht, um nur im Büro zu sitzen.
Neben der personellen Situation, ist es mein ganz persönlicher Wunsch wieder ein erstes Schuljahr zu übernehmen.
Mir ist bewusst, dass das nicht immer einfach mit Schulleitungsaufgaben zu koordinieren sein wird, aber es ist keine unmögliche Aufgabe und den Gewinn, den eine Klassenführung mit sich bringt, möchte ich an vielen Stellen - insbesondere im Bereich der Schulleitung - nicht missen.
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vom 16.11.2024, 07.21