Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Schulleitung

Kindersprechtag Teil I

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Der aktuell heute früh zu erstellende Vertretungsplan druchkreuzte unsere Kindersprechtagspläne minimal und so mussten die ersten Termine auf Donnerstag verschoben werden, da wir länger in den Unterricht gingen.

Nichtsdestotrotz konnten wir die ersten Kinder heute im Schulleitungsbüro willkommen heißen und waren überrascht, wie gut sie vorbereitet waren.



Sie kamen mit Aufzeichnungen, manche kurz, manche sehr ausführlich und hatten sich sehr genau überlegt, was sie mit uns besprechen wollten.
Dass wir heute ganz oft Positives rund um das neue Schulgebäude hörten, hat uns natürlich riesig gefreut. Die Probleme erschienen heute überschaubar und vor allem gemeinsam lösbar.
Der Wunsch nach einer oder mehrerer Schaukeln war heute das vorherrschende Thema. Der neue Schulhof bietet viele neue Spiel- und Klettermöglichkeiten, aber Schaukeln - wie auf dem alten Schulhof - gibt es in der Tat nicht.

Neben einigen persönlichen und durchaus auch privaten Problemen spiegelten die Kinder heute das, was wir Erwachsenen seit Schuljahresbeginn deutlich wahrnehmen: Das Miteinander im neuen Gebäude und in den viel vielfältigeren Räumen ist deutlich friedlicher und entspannter als im alten Gebäude.

Es war schön zu erleben, wie selbstbewusst und offenherzig die Kinder mit uns diese Gespräche führten. Nahezu nach jedem Gespräch hatten wir etwas zu Staunen und haben die Kinder wieder einmal anders als im bloßen Unterrichtsgeschehen erlebt.

Schulleben ist eben nicht nur Unterricht. Und das ist gut so!

Susanne Schäfer 16.01.2017, 16.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kindersprechtag





In den kommenden drei Tagen führen wir bereits zum dritten Mal unseren Kindersprechtag durch. Alle Kinder der Schule erhalten eine Einladung und dürfen sich, sofern sie möchten und ein Anliegen haben, einen Termin bei uns im Schulleitungsbüro geben lassen. Die Kinder dürfen alleine kommen, mit einem Partner oder mehreren Kindern - so, wie es ihnen am besten passt.

Nach der Anmeldung verteilen wir schriftlich Gesprächstermine und achten darauf, dass die Kinder nicht eigens aus der Turnhalle kommen müssen oder vom Mittagessen weggeholt werden.

In diesem Jahr war der organisatorische Aufwand ein wenig höher, da wir jeweils von 7.50 Uhr bis 11.30 Uhr im Unterricht in unseren eigenen Klassen sind und insbesondere die Erstklässler aber häufig bereits um 11.30 Schulschluss haben.

Aus diesem Grunde verteilen sich die Termine auf drei Schulvormittage. Die Kolleginnen und Kollegen sind so nett und lassen die Kinder, die sich angemeldet haben, für zehn Minuten ins Schulleitungsbüro kommen.
Dort hören wir die Anliegen und Sorgen und Nöte der Kinder an, machen uns Notizen und versuchen gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wenn Schwierigkeiten und Probleme das Gesprächsthema sind.

Wir besprechen mit den Kindern, dass das, was sie uns sagen, von uns vertraulich behandelt wird, es sei denn, wir einigen uns darauf, die Kinderkonferenz hinzuzuziehen oder Kooperationspartner mit ins Boot zu nehmen.
Von persönlichen Kümmernissen bis hin zu Beschwerden über die Hausaufgaben hatten wir in den Vorjahren sehr viele interessante Gesprächsthemen und finden es großartig, dass sich sogar die Erstklässler schon "trauen", zu einem solchen Gespräch ins Büro zu kommen.

Aus diesen Gesprächen sind viele gute Ideen hervorgegangen, die unser Schulleben seitdem bereichern. Aus diesem Grunde sind wir gespannt auf die anstehenden Gespräche und freuen uns darauf!

Susanne Schäfer 15.01.2017, 13.26 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Verzerrte Wirklichkeit.....

.... oder es ist nicht alles Gold, was glänzt.




Beim Lesen dieses Blogs könnte der ungewollte Eindruck entstehen, unser Schulalltag befände sich in einer von Glitzerstaub bedeckten und Seifenblasen behafteten Parallelwelt.
Dem ist selbstverständlich nicht so. Und da dem ganz und gar nicht so ist, war und ist mein Bestreben, den Blick hier auf das Positive zu fokussieren. Zudem gibt es rechtliche und moralische Grenzen, was das Beschreiben realer und vor allem konfliktbehafteter Situationen angeht, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich mich nicht einreihen mag in die Schar der anonym bloggenden Lehrer, sondern mit meinem Namen dafür einstehe, was hier geschrieben steht.

Der Alltag als Klassenlehrerin ist kaum mehr konfliktbehaftet. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Prioritäten im Schulalltag verschieben, sobald man in die Schulleitung geht. Situationen, die mich früher geärgert haben, nehme ich heute nur noch zur Kenntnis und beschäftige mich dafür mit anderen Konflikten.
Zudem habe ich als Klassenlehrerin ja bereits zwanzig Jahre Routine (entwickeln können) und bin mit sechseinhalb Jahren erst vergleichsweise kurz in der Schulleitung.

Und in diesen Jahren war ich sehr wohl das ein oder andere Mal geneigt, diese Funktion wieder aufzugeben. Die Frage nach dem: "Was mache ich hier eigentlich?"
stellt sich immer wieder einmal, insbesondere dann, wenn ich mich in den Ungerechtigkeiten des Systems gefangen fühle.

Dass ich niemals alles hingeworfen habe, liegt zum größten Teil an den Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten und denen es immer wieder gelingt, mir zu zeigen, was es wert ist, in Schulleitung zu bleiben. Und letztlich, seien wir ehrlich, habe ich nach wie vor Visionen und bin mit ganzem Herz und all meiner Leidenschaft Schulleitung und das trotz aller Widrigkeiten gern.

Der Verwaltungsaufwand ist in den vergangenen sechs Jahren erheblich angestiegen. Mein Eindruck ist der, dass Formulare immer umfangreicher und komplizierter werden, es mehr und mehr verbindliche Statistiken gibt, die regelmäßig erstellt und regelmäßig fortgeführt werden müssen und wir rasch zu einer Aktenschule verkommen könnten, wenn wir uns nur und ausschließlich einbinden ließen in diese Mail-, Umfrage- und Dokumentationsflut.
Das ist der Part der Arbeit, die wenig Freude bereitet, zeitintensiv ist und - so scheint es - uns vor Ort nicht weiterbringt. Eben etwas, was gemacht werden muss. Leidenschaftslose Pflichterfüllung.

Der Vormittag wäre leicht gefüllt mit all diesen Arbeiten, die ich frühmorgens vor dem Unterricht oder im Anschluss daran angehe und auf ein Minimum zu reduzieren versuche. Nicht zu vergessen, nicht alleine angehen und bearbeiten muss, sondern wir den Luxus genießen, als Schulleitungsteam arbeiten zu können. Anders ginge es von der Größe der Schule und mit eigener Klassenführung auch gar nicht.

Weitaus anstrengender sind die Konflikte, die an Schulleitung herangetragen werden oder aber durch und mit Schulleitung erst initiiert werden. Die Spanne ist groß und reicht von Kindern, die sich nicht an Regeln halten, über Schulabstinenzler bis hin zu Flüchtlingskindern ohne jegliche Deutschkenntnisse, höchstgradig traumatisiert und nun mit einem Male eingebunden in ein recht starres Schulsystem, was den Kolleginnen und Kollegen einiges an Kraft, Energie und Einfallsreichtum abverlangt.
Nicht zu vergessen die Schwierigkeiten, die durchaus im Bereich der Elternarbeit auftreten - denn bei über 300 Kindern finden sich immer Eltern, die berechtigter - oder auch mal unberechtigterweise Kritik üben, andere Vorstellungen von Schule und Unterricht haben oder bestimmte Situationen aus Elternsicht einfach anders wahrnehmen, als wir in unserer Lehrerrolle.

Kooperationspartner möchten nicht immer unbedingt kooperieren, sondern gerne mal bestimmen, wie wir Schule zu leiten haben und üben hin und wieder weitaus mehr Einfluss auf den schulischen Alltag aus, als dieser verkraften kann.
Wir hängen in einem System, in dem zu viel in Schule "hineingetopft" wird und letztlich steigt die Qualität nicht mit der Fülle an zusätzlichen Angeboten, sondern es wird ein wahrer Kraftakt, alles unter einen Hut zu bringen und gelingt - sofern man nicht aufpasst - macnhmal nur auf Kosten der Qualität - etwas, das nicht hinnehmbar  ist und was ganz klar in die Zuständigkeiten von Schulleitung gehört, darum zu kämpfen, das Qualität im Vordergrund steht und Schule nicht zu einem Massenabfertigungsbetrieb wird.
Da kann es an der ein oder anderen Stelle zu Konflikten mit Kooperationspartnern kommen, die - konstruktiv - zu lösen unsere nicht immer unanstrengende Aufgabe ist.

Und da überall und immer unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten aufeinandertreffen, kostet es in einigen Situationen ganz erhebliche Kraft die emotionale Ebene zur Seite zu schieben und sachlich und fundiert nach Lösungen zu suchen.

Natürlich bringt mir das die ein oder andere schlaflose Nacht ein, alles andere wäre gelogen. Zum einen wache ich nachts auf mit einer ellenlange to-do-Liste im Kopf, der ich im Dunkeln liegend noch rasch einige Punkte zufüge, in der Hoffnung, sie am Morgen nicht wieder vergessen zu haben.

Und der Glitzerstaub ist spätestens dann verloren, wenn Konflikte im eigenen Team auftreten und diese nicht so gelöst werden können, wie es für alle Beteiligten und vorrangig natürlich für das Schulleben und die Kinder, am besten wäre.

All das ist jedoch - und wird es vermutlich auch immer bleiben - unsere schulische Realität. Da gibt es eben jene Tage, an denen sich das Universum gegen einen verschworen zu haben scheint und man mit der Ungerechtigkeit des Systems nur schwerlich zurecht kommt.
Da zeigt der Körper schonmal an, dass eine Grenze überschritten wurde und man nun vielleicht besser einmal einige Gänge hinunterfahren sollte.

Das ist an unserer Schule nicht anders, als an anderen Schulen. Auch bei uns glitzert es nur, wenn wir es glitzern lassen. Und manchmal kommt etwas dazwischen, das den Glitzerstaub auffängt, bevor er uns erreicht und das Leben zeigt uns eine lange Nase.

Natürlich könnte ich auch darüber schreiben. Über Wut und Verunsicherungen, über Selbstzweifel und Mutlosigkeit. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, um ein Zeichen zu setzen.
Ein Zeichen dafür, dass der Glitzerstaub und die Seifenblasen trotz allem da sind. Manchmal fällt es uns nur schwer, sie zu sehen und aufzufangen.

Hier soll ein Ort sein, an dem das gelingt.
Das brauchen wir.
Das tut uns gut.
Das ist heilsam und versöhnend.

Susanne Schäfer 15.01.2017, 07.53 | (7/7) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Sonnenstrahlenbuch

Die Defizitorientierung aufzubrechen, sich immer bewusst zu machen, dass Positives durchaus überwiegt, Negatives lediglich schwerer zu wiegen scheint, das ist ein steter Prozess.
In den vielen Lehrerzimmern, in denen ich bereits sitzen durfte, trugen wir Lehrer häufig das Leid das Welt.
Nicht wirklich, aber gefühlt und verbalisiert.
Ein Zustand, der zur Eigenunlust führen kann und somit ungut ist.




Nimmt man die Aufgaben hinzu, die wir uns selbst manchmal auferlegen - ich schrieb bereits davon - die aber nicht mehr viel mit unserem eigentlichen Beruf zu tun haben, dann kann das krank machen. Kann. Es muss nicht so sein, es ist nur eine Möglichkeit.

Diese und einige andere Gedankengänge waren in einem der vergangenen Jahre Thema einer Lehrerkonferenz. Wir haben überlegt, wie wir es schaffen können, uns mehr auf das Positive zu besinnen und so entstand unser "Sonnenstrahlenbuch".
Es steht im Lehrerzimmer und wer immer einen glücklichen Moment erlebt, trägt ihn - sofern man möchte - in unser Buch ein und lässt somit die anderen teilhaben am Positiven, am Augenblick, an der Blickwickeländerung.

Das Buch erlebt gute Zeiten und trostlose Zeiten.
Es macht dennoch immer wieder Spaß, darin zu blättern, die Einträge zu lesen und zu schmunzeln, nachzudenken oder einfach nur zu lächeln.

Wir haben es in der Hand, uns die Zeit für diesen Blickwinkel und das Festhalten des Moments zu nehmen oder eben auch nicht.

Heute hätte ich so vieles hineinschreiben können:

Vom guten Gefühl bei unserer gestrigen offiziellen Einweihungsfeier, von den vielen positiven Rückmeldungen, die wir erhielten oder auch von den unzählig vielen helfenden Händen, die den Tag haben gelingen lassen.

Ich hätte auch hineinschreiben können, wie  viel Freude ich mit den "Eisbären" habe, wie schnell sie sich entwickeln, wie zauberhaft die Kinder sind und wie oft sie mich zum Lächeln oder Lachen bringen.

Ich hätte hineinschreiben können, wie stolz ich auf das Team bin, auf jeden einzelnen, aber auch wie froh, wenn der Umzugsrummel endlich abklingt und wir einfach bitte nur unsere Arbeit machen können, ohne Bauarbeiten, Feiern, Reden, Events und andere Kraftakte.

Geschrieben habe ich nichts.
Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil der Schulalltagstrubel mich derart im Griff hatte, dass ich gar nicht daran gedacht habe.

Das ist so schade.
Aber nicht zu spät.
Das Besinnen auf die schönen Augenblicke geht immer und jederzeit, es liegt an uns.
Und morgen warten auch noch leere Seiten darauf beschrieben zu werden!

Ich muss es nur tun.
Nicht darüber schreiben, sondern hineinschreiben.
Weil es gut tut!

Susanne Schäfer 21.09.2016, 00.00 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Ehre der Kopierten

Die Schuleingangskonferenz stellte, neben unzählig vielen anderen Themen, auch das Bereitstellen unseres schulinternen Logbuchs auf der Homepage zur Diskussion.
In den Vorjahren hatte sich gezeigt, dass benachbarte Schulen - jedoch nicht nur diese - gerne auf die in unserem Team entwickelten und erarbeiteten Ideen und Konzepte zurückgriffen.

Während ich auf der Konferenz noch die Ehre der Kopierten zu vermitteln suchte, dafür warb, weiterhin so transparent wie möglich zu agieren und unsere Konzepte, Ideen und entwickelten Projekte auch weiterhin frei zugänglich zu machen, wurde ich durch einen Zeitungsartikel in der hiesigen Presse doch nachdenklich.



Eine von uns - nach der Idee einer Kollegin unseres Teams - vor einigen Jahren entwickelte Idee zur Bergüßung der neuen Erstklässler wurde 1:1, ohne jegliche Modifikation, von uns übernommen und eine andere Schule präsentierte sich nun voller Stolz damit in der Presse.

Ein Anruf der Schulleitung einer weiteren Schule ließ mich weiter stutzen:

"Wir arbeiten ja jetzt mit Eurem Rechtschreibkonzept, aber nun haben die Eltern folgende Fragen, wie geht Ihr denn damit um?", wurde ich gefragt und wusste zunächst nichts weiter zu erwidern als: "Wieso arbeitet Ihr denn mit unserem schuleigenen Konzept, das haben wir doch passgenau für unsere Kinder entwickelt und Ihr arbeitet doch eigentlich methodisch ganz anders?"

Mit einem unbestimmten Bauchgrummeln  beendete ich das Gespräch.
Schulleitung bedeutet für mich - oder ich muss sagen für UNS - immer zuerst zu schauen, welche Bedürfnisse, welche Ausgangsbedingungen haben wir an unserer Schule und wie können wir Konzepte und Methoden und Ideen entwickeln, die passgenau für unsere Schule sind.
Der eigenen Schule ein individuellen Profil zu geben bedeutet Arbeit und das gesamte Team muss an einem Strang ziehen. Innovation, Teamgeist, Engagement und Fachwissen sind von allen Beteiligten gefragt.
Und das bedeutet Arbeit. Viel Arbeit.
Selbstverständlich kenne ich den Ausdruck: "Man muss das Rad nicht neu erfinden!" und für gewisse unterrichtliche Bereiche möchte ich dem zustimmen.
Schulentwicklung jedoch lässt sich meiner Meinung nach nicht durch bloßes Kopieren betreiben.

Die Entdeckung, dass eine Nachbarschule nicht nur dies und jenes, sondern so gut wie alles von uns kopiert, nachmacht und als eigene Idee darstellt, sich nach außen hin damit brüstet und dabei noch mit spitzen Bemerkungen gegenüber Kooperationspartnern gegen uns arbeitet, macht mich nachdenklich.

Natürlich schauen wir auch nach den Ideen anderer Schule, lassen uns inspirieren, bereichern oder durchaus auch mal abschrecken, aber im Fokus stehen immer unserer Kinder und das, was für eine andere Schule passt, passt noch lange nicht zu uns und so tragen wir zusammen, sammeln, bilanzieren, diskutieren, werten aus und am Ende steht immer ein individuelles Konzept, Produkt oder Ergebnis - nur so entwickelt sich Schule weiter und zwar zugunsten der Schülerinnen und Schüler und aller an Schule Beteiligten.

Es gibt nun, wie immer, mehrere Möglichkeiten, mit der Situation umzugehen. Weitermachen wie bisher ist die eine Option. Nicht beirren lassen durch effekheischende Nachmacher, transparent und angreifbar und kopierbar bleiben.
Offensiv an die Situation herangehen und nachfragen.
Sich im stillen Kämmerlein ärgern oder aber stolz darauf sein, dass wir anscheinend so gute Arbeit leisten, dass andere sie für wert erachten zu kopieren.

Letzteres ist für den eigenen Seelenfrieden sicherlich die beste Lösung.  Und damit kann man ja durchaus offensiv umgehen. Freuen wir uns doch einfach, dass andere Schulen genau das machen möchten, was wir machen. Im Grunde ist das ein unglaublich toller Achtungserweis, eine ganz besondere Wertschätzung unserer Arbeit.
Und darauf kann man die Kollegen ja durchaus anssprechen: "Wir freuen uns, dass euch unsere Arbeit so gut gefällt, dass ihr sie 1:1 bei euch umsetzt. Danke für die Wertschätzung!"

Anerkennung ist nicht nur für unsere Kinder wichtig. Auch für uns. Erfahren wir sie eben auch diese Art und Weise und lassen uns dadurch bestärken und motivieren so weiterzumachen wie bisher.
Sich langfristig zu ärgern schadet der eigenen Motivation, der eigenen Einstellung und letzlich der eigenen Arbeit.

Relativieren wir einfach unsere Sichtweise, schließlich wird uns nicht geschadet. Und vor allem unseren Kindern nicht.
Und letztlich geht es ja um sie und nicht um uns.

Und eines, das kann nicht kopiert werden: Das Team!
Damit steht und fällt einfach alles.

Susanne Schäfer 10.09.2016, 17.50 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Dickhäuter

Manchmal werde ich gefragt, welche Bücher sich eignen, um sich auf die Schulleitungsfunktion vorzubereiten oder in den ersten Monaten gut zurecht zu kommen.
Ich antworte in der Regel, dass es keine Bücher gibt, die auf die Realität vorbereiten, aber wenn ich noch einmal diesen Weg gehen würde - und das würde ich immer wieder - würde ich mir selbst raten, nicht ganz so naiv in die neue Funktion zu gehen.





Ich habe in der Tat immer gedacht, es reicht aus, nett zu sein, seinen Beruf mit Professionalität, Hingabe, Kompetenz und Leidenschaft auszuüben, immer das Beste für Kinder, Eltern und Kollegen zu wollen und Probleme konstruktiv anzugehen und versuchen Lösungen zu finden.

So einfach ist es nicht. Das habe ich schnell gelernt und kein Buch der Welt hat mich darauf vorbereitet.

Das, was man wirklich braucht, ist eine "dicke Haut".
Darum gefällt mir das Bild des Elefanten so gut, auf das ich schaue, wenn ich daheim am Laptop sitze.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche, die von vielen Seiten auf Schulleitung einströmen, sind nicht immer leicht unter einen Hut zu bringen.
Die Balance zu halten zwischen Kooperation und Selbstbehauptung, das Aufeinanderabstimmen der Erwartungen aller Beteiligten ist und bleibt immer  spannend, kann aber auch zuweilen nervenaufreibend und zermürbend sein.

Die Vision des Teams von "guter Schule", die eigenen Visionen, das, was man bewirken möchte, kollidiert so manches Mal mit den Vorstellungen von Schulträger, Schulaufsicht, Erlassen, Gesetzen, Reformen und Lehrplänen. Ganz zu schweigen von Elternerwartungen, das, was unsere Kinder brauchen und dem, was das Team zu leisten vermag.

Rahmenbedingungen sind nicht immer optimal, die Fähigkeit zu minimieren, zu reduzieren, umzudenken und fantasievoll und effektiv mit den Gegebenheiten vor Ort umgehen zu können, fiel und fällt mir nicht immer leicht.

Aber ich habe gelernt, unbequem zu sein. Nicht zu netzwerken, wenn das Netzwerktreffen sinnlos erscheint. Nicht "ja" zu sagen, wenn wir "nein" meinen und durchaus auch mal als Querulantin und Hauptbedenkenträgerin aufzutreten und zu gelten.
Das liest sich sehr viel leichter als es ist und kostet manch schlaflose Nacht. Vielleicht, weil die Haut letztlich immer noch nicht dick genug ist, vielleicht weil Diplomatie nicht meine Stärke ist.

Das, was für mich am schwierigsten zu akzeptieren war ist, dass nicht alle Menschen einverstanden sind mit dem was wir und wie wir es tun.
Dass es immer Menschen gibt, die Fehler finden, die unzufrieden sind, die uns ihre eigenen Ideen "überstülpen" möchten, sich beschweren und das nicht konstruktiv, sondern niedermachend und durchaus auch verletzend.

Der Wechsel vom Lehrer- zum Schulleiterdasein ändert dahingehend die Position, dass die Anzahl der Institutionen, Menschen und Kooperationspartner mit denen wir uns vernetzen möchten, sollen und müssen, sich zahlenmäßig mehr als verdoppeln und wir uns mit den Erwartungshaltungen dieser Einrichtungen und Menschen intensiv auseinandersetzen müssen.

Das, was am meisten zählt, was unabdingbar ist und wertvoll ist ein gutes Team.
Wir haben das große Glück, zum einen ein Schulleitungsteam zu sein (Rektorin/Konrektorin), etwas, das heute längst nicht mehr selbstverständlich ist, aber eine ernorm wichtige Ressource, weil wir uns gegenseitig stützen, helfen und durchaus auch erden können.
Zum anderen steht ein Team hinter uns, das sich begeistern lässt, das zuverlässig ist, zusammenhält, motiviert ist und Schulentwicklung aktiv betreiben möchte und betreibt.

Ohne diese beiden verlässlichen Teams wäre Schulentwicklung nahezu unmöglich.
In dem Wissen, das Team stärkt uns als Schulleitung den Rücken - und sicher auch umgekehrt - fällt es ein wenig leichter, unbequem zu sein und Angebote von Kooperationspartnern auch einfach mal abzulehnen, wenn sie wenig sinnvolle und keine entlastende Strukturen aufweisen.

Zu lernen bleibt dennoch viel. Die "dicke Haut" wächst nicht über Nacht, auch nicht die Fähigkeit über einigen Dingen zu stehen.
Aber es lernt sich nicht aus Büchern, obwohl ich viele las, es lernt sich nur im Schulalltag und mit den richtigen Wegbegleitern.

Es war ein steiniger Weg bis heute, bis dort, wo unsere Schule jetzt steht. Es gab viele Rückschläge und ich stand oft kurz davor, alles "hinzuwerfen".
Nun bin ich froh, dass wir gemeinsam durchgehalten haben und freue mich auf den Neubeginn.

Das, was sich hier alles so leicht und nett liest, war und ist nicht immer so entspannt wie es klingen mag.
ABER es lohnt sich und ist jede Mühe wert!

Susanne Schäfer 21.07.2016, 09.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Organisationsüberblick

Zwischen den ganzen Umzugskisten und Familienfeiern, bleibt immer auch ein klein wenig Schulleitungsarbeit übrig. In diesem Jahr "hinken" wir leicht hinterher, die Halbjahresterminliste - sonst vor den Ferien fertig - liegt noch brach und muss dringend angegangen werden.
Aber da auch wir nicht mehr als arbeiten können, muss das bis nächste Woche warten.




Heute wollte ich mich eigentlich um meinen zukünftigen Klassenraum kümmern, doch zunächst gab es noch zu viel anderes im Gebäude zu tun und erst als ich ab 14.00 Uhr allein im Schulgebäude war, konnte ich ein wenig im Klassenraum herumwerkeln.  So richtig weit bin ich nicht gekommen, aber einen ersten Überblick habe ich mir verschafft.

Nachdem dann ein wenig familiäre Organisation und Teenagerbespaßung anstand, habe ich gerade eben die erste Checkliste für den Schulbeginn fertigstellen können.
Sie kann, muss aber nicht genutzt werden von den Kolleginnen und Kollegen.
Seit rund drei Jahren lege ich eine solche Liste in die Lehrerzimmerfächer. Einige nutzen sie dankbar, andere empfinden sie mitunter als einengend und belastend. Das wird sehr unterschiedlich wahrgenommen.
Da mich Strukturen sehr entlasten, ist diese Liste einfach als Hilfe gedacht. Wer sie nicht benötigt, legt sie beiseite.
Gerade zu Schulbeginn gibt es immer so viel zu erledigen und zu organisieren, dass man im Gewusel sehr schnell den Überblick verlieren kann.

So jedenfalls geht es mir manchmal, daher kam die ursprüngliche Idee dieser Liste.

Während andere nach getaner Arbeit zum Sport gehen und dort entspannen, entspanne ich am Rechner und habe Spaß beim Erstellen von Listen, Schildchen & Co.

Susanne Schäfer 15.07.2016, 18.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Freiheit der Presse

Und schon wieder ist es geschehen.
Möglicherweise bin ich einfach zu naiv für den Umgang mit der lokalen  Presse, ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum ich in der Zeitung angebliche Zitate von mir lesen muss, die ich so nie ausgesprochen habe und aussprechen würde.





Mich ärgert das jedesmal aufs Neue sehr, insbesondere wenn es um die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern geht, die meine angeblichen Worte sicherlich auch lesen und befremdlich finden werden.

Im aktuellen Fall geht es um unseren morgigen Umzug in das renovierte und sanierte Schulgebäude einer ehemaligen Hauptschule.
Auf die Frage des Journalisten, ob wir (Schulleitung) denn überhaupt schon einmal im neuen Gebäude gewesen wären, antwortete ich sinngemäß, dass wir natürlich sehr oft - nahezu täglich in der letzten Zeit - im dem neuen Gebäude waren, um umzugsorganisatorische Absprachen mit dem Schulträger zu treffen, Räume für die Möbel auszumessen und letztlich vor langer Zeit auch, um die Räume aufzuteilen und zu verteilen.

Die Frage selbst erstaunte uns schon, denn wie ließe sich ein Umzug dieser Größenordnung organisieren, wenn wir nicht wüssten wohin es geht und wie es im neuen Gebäude ausschaut.
Noch mehr erstaunte mich, was ich dann in der Presse las.
Das Zitat, das man mir in den Mund legte, lautete: "Wir waren fast jeden Tag dort und haben den Handwerkern auf die Finger geschaut!"

Ich nehme an, hin und wieder wird die Pressefreiheit anders ausgelegt, als ursprünglich gedacht.
Falls das unter "künstlerische Freiheit" fällt, bin ich doch sehr irritiert.

Nichtsdestotrotz steht nun ersteinmal der morgige Umzug im Vordergrund.
Beim heutigen Beschriften der Türen erhielt ich schon ein Vorgefühl dessen, was uns im neuen Gebäude erwartet.
Und das wird großartig werden.

Unabhängig davon, was in der Zeitung zu lesen sein wird.

Susanne Schäfer 10.07.2016, 12.18 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Willkommenskultur

Etwas, das wir wie selbstverständlich leben ohne uns darüber viele Gedanken zu machen, die Willkommenskultur unseren Flüchtlingskindern und deren Familien gegenüber, gerät untereinander zu häufig in Vergessenheit.

Ich erinnere mich voller Schaudern an mein Willkommen an der Schule, an der ich mein Referendariat absolvierte. Man teilte mir direkt und unmissverständlich und in exakt diesem Wortlaut mit, ich sei als Lehramtsanwärterin in der "unteren Kaste" und hätte niedere Dienste für die gestandenen Kollegen zu erledigen.
Die zwei Jahre an der katholischen Grundschule gestalteten sich zuweilen als recht schwierig.

Als ich meine erste Vertretungsstelle nach dem Referendariat antrat, begrüßte mich der Schulleiter mit den Worten: "Sehen Sie zu, dass Sie in die Pötte kommen. Sie übernehmen ab morgen unsere I-Klasse und das ist die schlimmste Klasse hier!"

An beiden Schulen startete ich desillusioniert und frustriert, fühlte mich unwillkommen, nicht angenommen und herumkommandiert.
Das waren keine Einzelerlebnisse. Ich lernte andere Schulen, andere Schulleitungen und andere Teams kennen und immer wieder stieß ich auf eine wenig ausgeprägte Willkommenskultur.




Der erste Eindruck ist prägend. Das ist meine feste Überzeugung. Neue Mitarbeiter "zu bekommen" ist doch grundsätzlich ein wunderbar positives Ereignis, über das ich mich als Schulleitung ganz unbedingt freue.
Warum also nicht etwas von dieser Freude weitergeben und die neue Kollegin, den neuen Kollegen auf vielfältige Weise herzlich willkommen heißen?

Manchmal verstehe ich nicht, warum wir uns so schwer tun im eigenen Umgang miteinander.
Meine geschilderten Erlebnisse liegen Jahrzehnte zurück und ich war damals weit davon entfernt daran zu denken, in die Schulleitung zu gehen.
Doch als ich diesen Schritt gegangen bin, wollte ich besser machen oder anders machen, was ich selbst als negativ erfahren und erlebt hatte.

Darum kam mir die Einstellung unserer Konrektorin so entgegen: "Alle sollen gerne und ohne Bauchschmerzen in unsere Schule kommen!"
Etwas, das so simpel klingt, nicht immer einfach ist, aber zu so etwas wie unserem Leitsatz geworden ist.

Daran arbeiten wir täglich und immer wieder neu. Mal mit Rückschlägen, vielleicht weil wir selbst einen schlechten Tag hatten, mal sehr erfolgreich.

Morgen nun  wird sich eine neue Kollegin vorstellen. Eine Kollegin mit Berufserfahrung, die mirnichtsdirnichts erfahren hat, dass sie zu uns abgeordnet wird.
Das kann positiv sein und aufgenommen werden, aber auch als Belastung empfunden werden.
Und unsere Aufgabe ist es nun, eine Willkommenskultur zu entwickeln, die der Kollegin Lust macht auf unser Team, auf unsere Schule, auf uns.
Das Wichtigste dabei für uns ist sicherlich das persönliche Gespräch.

Normalerweise spielt der Raum eine große Rolle. Morgen wird das zumindest schwierig, da wir zwischen all den gepackten Kisten sitzen und allein mit unseren Schilderungen Lust machen müssen auf das neue Gebäude und den Umzug.

Neue Kolleginnen und Kollegen erhalten am ersten Tag immer ein kleines Willkommensheft.
Dabei ist das Layout natürlich Geschmackssache, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Bündeln erster wichtiger Informationen als positiv empfunden wird.
Hier kann man in Ruhe noch einmal nachlesen, was man im Gespräch überhört oder anschließend in all der Aufregung und Im Wust all der Informationen vergessen wird.

Wir haben das Heft auf das Allernötigste reduziert, da wir keine umfangreiche und erschlagende Lektüre, sondern einen kurzen Überblick zur Hand geben möchten.
Alles Weitere ergibt sich in der Regel in Gesprächen und im Schulalltag.

Zu zeigen, dass jemand herzlich willkommen ist, wir die Unterstützung im Team brauchen und uns sehr darüber freuen ist die Basis für eine gute, vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit.

Und wir freuen uns sehr auf die neue Kollegin und hoffen, dass Sie unsere Schule als Bereicherung und nicht als Belastung empfinden wird!

Susanne Schäfer 05.07.2016, 18.59 | (9/9) Kommentare (RSS) | TB | PL

Stundenplanerstellung

In meinen Jahren als Lehrerin an unterschiedlichen Schulen, genauer an fünf anderen Schulen, habe ich es als sehr belastend empfunden, den Stundenplan für das neue Schuljahr erst am ersten Schultag bzw. manchmal auch erst Wochen später zu erhalten.

Aus diesem Grund ist es mir - ist es uns - als Schulleitung wichtig, das Team vor den Sommerferien zu informieren, damit Zeit genug bleibt, sich fundiert vorzubereiten.




In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, den Hauptstundenplan immer vier bis sechs Wochen vor den Sommerferien zu erstellen, auch wenn die personelle Planung von Seiten der Schulaufsicht dann in der Regel noch nicht abgeschlossen war.

Aber letztlich waren jeweils nur noch leichte Modifizierungen notwendig und der Hauptplan stand, das Team konnte sich darauf einstellen.

Jeder Kollege hat bei uns die Möglichkeit zwei Wünsche zum eigenen Stundenplan anzugeben und wir bemühen uns jedes Jahr sehr, diese auch zu erfüllen. Nicht immer gelingt und das, aber in den meisten Fällen schon.
Für unsere Planungsgrundlage füllen alle Kolleginnen und Kollegen einen "Wunschzettel" aus und reichen ihn rechtzeitig ein.
Anschließend kann das Stundenplanpuzzlespiel beginnen.

In meinem ersten Jahr als Schulleitung habe ich direkt ein Stundenplanprogramm angeschafft. Ich nahm an, das würde uns die Arbeit erheblich erleichtern. Obwohl ich wirklich äußerst viel am Rechner arbeite, erwies sich das als Trugschluss.
Die Stundenplanprogramme sind in der Regel so aufgebaut, dass man vorab eingeben muss, welcher Kollege in welcher Klasse welches Fach unterrichtet.

Wir erstellen aber erst das Grundgerüst nach Wünschen und unseren eigenen Vorstellunge bzw. unseren Rahmenbedingungen und schauen dann, wie eventuelle Lücken optimal geschlossen werden können.

Wir arbeiten also nach wie vor manuell bzw. in/mit einer schlichten Word Datei.

In diesem Jahr - der Plan steht bis auf wenige Stunden - stellt sich die Gestaltung als sehr tückisch heraus. Da wir Teilzeitkräften bis zu 16 Wochentunden einen freien Tag ermöglichen möchten und dies in diesem Fall schon drei Kolleginnen sind, eine Klasse noch keinen Lehrer hat und eine weitere Klasse über das Leo Einstellungsverfahren einen Lehrer erhalten wird, mussten wir an einigen Stellen improvisieren.

Die 21 Wochenstunden Schulleitungspauschale teilen wir auf mich und die Konrektorin auf, da wir uns als Schulleitungsteam verstehen und entsprechend agieren.
Ich werde mit 18 Stunden in meinem zukünftigen ersten Schuljahr unterrichten, unsere Konrektorin mit 19 Stunden in ihrer dritten Klasse. Die eingesparten zwei Wochenstunden sind momentan noch der engen personellen Situation geschuldet, aber manchmal  hält das Schulamt für uns positive Überraschungen zu Schulbeginn bereit und wir hoffen auch in diesem Jahr darauf!

Nachdem wir auf einen Beschluss der Lehrerkonferenz über mehrere Jahre erprobt haben, den Mathematikunterricht ab Klasse 3 als Fachunterricht zu erteilen, haben wir uns nach einer umfangreichen Evaluation entschlossen, den Mathematikunterricht wieder in die Hand des Klassenlehrers zu legen und den Fachunterricht auf ein Minimum zu reduzieren.
Das bedeutet, Schwimmen, in einigen Klassen auch Sport, Englisch und Religion in Jahrgang 3 und 4 werden von entsprechend ausgebildeten Fachlehrern erteilt und ansonsten bemühen wir uns, den Klassenlehrer einen Großteil seiner Stunden in seiner Klasse unterrichten zu lassen.
Hin und wieder wird auch Kunst oder Musik von Fachlehrern erteilt, meist dort, wo der Klassenlehrer mit weniger Wochenstunden unterrichtet als die Klasse Stunden hat.

Die Abwendung von Mathematik als Fachunterricht hat uns berechtigte Kritik und kritische Fragen von mehreren Seiten eingebracht.
Wir konnten jedoch entsprechend reagieren und verdeutlichen, dass das Negative am Fachunterricht, die minimalen positiven Seiten an unserer Schule überschattet hat.

Letztlich ist es schließlich unsere Aufgabe, die für die eigene Schule optimalen Bedingungen zu erkennen und im Rahmen unserer Möglichkeiten auszugestalten.
Der Fachunterricht hat uns alle vor allem zeitlich immens unter Druck gesetzt - etwas, das wir ja vermeiden möchten und das sich letztlich immer auch auf das Lernen der Kinder auswirkt. Die Festlegung im Stundenplan bedeutete auch, es wurde immer zu einer bestimmten Zeit mit einer bestimmten Lerngruppe 45 Minuten lang Mathematik unterrichtet, etwas, das unseren Lerngruppen nicht entgegenkam.

Raum- und Lehrerwechsel hektisierten den Schulalltag. Der von uns im Vorfeld thematisierte Aspekt, man habe so zwei unterschiedliche Lehrerblickwinkel auf die Kinder hat sich durchaus bewahrheitet, aber die Sichtweisen waren meist deckungsgleich.
Das Argument, wenn einige Kinder mit dem Klassenlehrer "nicht so gut zurechtkommen" haben sie so eine echte Alternative in einem Hauptfach erwies sich eher als:
"Wenn Eltern mit einem Lehrer nicht zurechtkommen..." - durchaus auch ein berechtiger Einwand - wollen wir die Eltern schließlich mit ins Boot holen und gemeinsam zugunsten der Kinder agieren.

Erwiesen hat sich in der Schullrealität aber, dass an vielen Stellen vermeidbare Unruhe entstand und die Kinder nicht mehr, nicht besser, nicht schneller, nicht netter und auch nicht mit einem höheren Wohlfühl- oder Akzeptanzfaktor lernten.

Schule heute ist ja weit mehr als Lernen, es ist miteinander leben, miteinander auskommen, erziehen, helfen, unterstützen und Lebensberatung.
Das alles sind Aspekte, die u.a. dafür sprechen, dass wir den Fachunterricht weitgehend zu reduzieren versuchen.

Aus Sicht der weiterführenden Schulen ist das ein großer Fehler. Wir sind an diesen Stellen, im Bereich der Übergangsteuergruppen, immer wieder im Gespräch und im Austausch, aber das hier und jetzt zu thematisieren würde zu weit führen.

Unser neuer Plan liegt nun also fast fertig auf dem Rechner und uns "ärgern" noch zwei Stunden in einem vierten Schuljahr, die wir nicht optimal besetzt bekommen.
Wir hoffen aber, dem Team schon bald den Plan über den Teambereich unserer Homepage offerieren zu können!
Dort finden dann alle Kollegen ihren eigenen Plan, den Plan ihrer Klasse sowie den Hauptstundenplan als Download.
Der eigene Plan und der Plan der Klasse liegt dann als Worddatei vor, so dass eventuell noch eigene Änderungen eingefügt werden können.
Im Hauptstundenplan ist das nicht möglich.

Es wäre spannend zu erfahren, wie andere Schulen die Stundenplanerstellung händeln bzw. wie das Team eingebunden ist oder vom Stundenplan erfährt.
Wir sind immer auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten!

Susanne Schäfer 05.06.2016, 09.39 | (7/7) Kommentare (RSS) | TB | PL

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Angelika
"Menschen" wie "immer wieder" sollte man einfach ignorieren, Ernst nehmen kann man das nicht. Peinlich trifft es auch ganz gut.
15.1.2017-17:32
Rhea
@immer wieder
Wie kann man auf dem eigenen Blog alles "zuspammen"?
Niemand wird gezwungen hier zu lesen und peinlich sind aus meiner Sicht nur deine anonymen Kommentare!
15.1.2017-16:22
immer wieder
wochenlang nichts schreiben und dann alles zuspammen - langsam wird es peinlich. Sehr peinlich.
15.1.2017-14:21
Lilia
Einfach nur danke, dass Du uns an Deinen Gedanken teilhaben lässt. Mehr davon würde die Bloggerlandschaft bereichern.
15.1.2017-14:11
Marita
Mir gefällt, wie Du schreibst und es ist mit dabei egal, wie oft Du schreibst oder wann Du schreibst. Mach einfach weiter und lass Dich doch solche dummen, anonymen Kommentare nicht stressen.
14.1.2017-15:11
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