Blogeinträge (themensortiert)

Thema: vor der Einschulung

Im Groben fertig, die Feinheiten folgen

Vorgestern und gestern widmete ich mich nun also dem Klassenraum.
Vorgestern hatte ich netterweise Hilfe durch eine befreundete, liebe Kollegin - so dass wir gemeinsam gut vorankamen beim Kistenauspacken.




Gestern wurde ich grob fertig, alles ist ausgepackt, verstaut und die Möbel sind gestellt. Auf der schulischen Facebookseite kann man verfolgen, wie sich der Raum entwickelt und verändert hat.
Ab dem 8. August finden bereits Ferien- und Sprachcamps in den neuen Räumen statt und der zukünftige Klassenraum der "Eisbären" wird dann schon genutzt werden.
Mir lag sehr viel daran, den Raum also möglichst rasch einzurichten, so dass er nutzbar ist.

Die Bücher sind noch ungeordnet, es fehlen viele Details, der Rechner im Schrank muss noch angeschlossen werden - das jedoch wird von den Stadtwerken ausgeführt.

Es ist hier und da noch sehr schmutzig, aber man kann die groben Raumzüge erkennen und ich mag den neuen Klassenraum wirklich sehr.
In die Kreismitte kommen weitere kleine Tische. Das hat den Vorteil, dass man diese auch anderweitig nutzen und flexibel arrangieren kann.
Zusammen bilden die kleinen Tische einen großen Tisch, den wir für viele unterschiedliche Arbeiten brauchen werden.

Es mangelt an Stauraum, so dass ich mich von vielen Dingen getrennt habe, trennen musste - was durchaus positiv ist, denn man kann sich so wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren.

Als endlich alle Kisten ausgepackt, die Materialien verstaut, der Müll entsorgt war, war ich nicht nur riesig froh, sondern vor allem auch sehr sehr müde.
Dadurch, dass immer wieder Handwerker kamen und Fragen hatten, ich hier oder dort schauen sollte, ergab sich kein flüssiges Arbeiten , sondern eher so ein Kleckerwerk.
Das entspricht gar nicht dem, wie ich sonst gerne arbeite und ich fand das zeitweise sehr anstrengend und zermürbend.
Das jedoch kann auch daran liegen, dass privat derzeit nicht alles rund läuft und ich ohnehin angespannter als sonst bin.

Letztlich entschied ich mich, eine Gebäudeauszeit zu nehmen und war heute in der Tat nicht in der Schule, sondern bereitete hier zu Hause Dinge vor, die erledigt werden mussten.

Die Terminliste steht den Kollegen seit gestern im Teambereich zur Verfügung, heute habe ich mich der Aktualisierung des Logbuchs gewidmet, unterbrochen von diversen Corel Draw Abstürzen, die mich verzweifeln ließen.
Sobald die aktuelle Version unseres schulinternen Logbuchs fertig ist, werde ich hier ein wenig dazu berichten.

Jetzt geht es verstärkt an die inhaltliche Planung des ersten Schuljahres. Darauf freue ich mich schon, denn wie immer ist es spannend, mit neuen Kindern in einer Eins zu starten!

Susanne Schäfer 20.07.2016, 18.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der erste Elternabend vor den Ferien

Für morgen Abend haben wir die Eltern unserer zukünftigen Erstklässler eingeladen.
Immer vor den Sommerferien gibt es die ersten wichtigen Informationen und sofern das möglich ist, lernen die Eltern die zukünftige Klassenlehrerin oder den zukünftigen Klassenlehrer kennen.





Im Laufe der letzten sechs Jahre hat sich dieser Elternabend immer wieder einmal verändert. Auch an dieser Stelle haben wir gelernt zu minimieren und zu reduzieren. Während früher der Abend mit einer Vorstellung unseres Bezirkspolizisten und dessen umfangreichen Ausführungen zur Sicherheit im Straßenverkehr begonnen hat, verzichten wir mittlerweile auf diesen Teil des Abends, da wir feststellen konnten, dass die Eltern nach der 30 minütigen Ausführung - verbunden mit einem kurzen Fernsehfilm - bereits das Interesse verloren und ungeduldig wurden.

Auch die Ausführungen der Musikschule zum Bereich Jeki, jetzt Jekits, waren für die meisten Eltern an diesem ersten Abend noch nicht von bedeutendem Interesse.
Die Fülle an Informationen erschlug die Zuhörer und wir haben gelernt, uns auf das Wesentliche zu beschränken.
Für alles andere bleibt im laufenden Schuljahr noch Zeit genug.

Nach einem allgemeinen Teil, den wir als Schulleitung moderieren, ziehen sich die zukünftigen Klassenlehrerinnen mit den Eltern ihrer Klasse in einen Klassenraum zurück und stellen dort sich selbst, Lehrwerke, Materialien und unser schulinternes Logbuch vor.

In  diesem Jahr können die Eltern noch keinen Blick in das zukünftige Klassenzimmer werfen, da die Einschulung bereits im neuen Gebäude stattfinden wird.
Die Raumaufteilung und das Unterrichten können wir aber auch in unseren alten Räumen lebhaft vor- und darstellen.

Für mich gestaltet sich der Abend morgen in Doppelfunktion. Während der allgemeine Teil keiner großartigen Vorbereitung mehr Bedarf, sieht man von einigen Ausdrucken für die Hand der Eltern ab, bereite ich mich als Klassenlehrerin durchaus noch sehr intensiv vor.

Ich versuche nach oben bebilderter Devise vorzugehen und nicht zu viel zu erklären und nicht zu schnell vorzugehen und vor allem mich selbst als Lehrperson nicht als zu wichtig anzusehen, denn wichtig sind an diesem Abend die Eltern und ihre Fragen, Sorgen und Anregungen.

Erstmalig werde ich ein erstes Schuljahr in Deutsch mit dem "ABC der Tiere" unterrichten, für mich ein ganz neuer und somit sehr spannender Weg. Unsere Schule konnte nun bereits mehrere Jahre Erfahrungen mit dem Lehrwerk sammeln und ich mache mich gerne auf diesen neuen Weg, ganz weit weg von meinen alten Lernwegen.

Lehrersein ist ständige Weiterentwicklung, das ist es, was diesen Beruf immer wieder spannend macht und ihn  neu erleben lässt.

Wir werden versuchen, den morgigen Abend so praxisnah wie möglich zu gestalten. Das Material der Materiallisten liegt in allen Klassen vor, so dass die Eltern einen ersten Überblick erhalten und wir erläutern können, was wozu gebraucht wird.
Obwohl wir in der Schule konzeptionell parallel arbeiten, gestalten sich die Materiallisten ganz unterschiedlich und jeder Lehrer geht in unserem festgelegten Rahmen durchaus eigene pädagogische Wege.

Ich freue mich sehr auf diesen Abend und bin gespannt, wie viele Eltern den Weg zu uns finden werden.
Die Eltern bringen den Kindern auch eine Kleinigkeit mit nach Hause. Ein erstes Blatt zum Ausgestalten, damit die Klasse schon mit den Werken der Kinder geschmückt werden kann und diese etwas Vertrautes vorfinden, wenn sie eingeschult werden.

Susanne Schäfer 19.06.2016, 16.28 | (5/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

Erste Vorbereitungen

Da die Sommerferien dem Schulumzug vorbehalten sein werden, nutze ich die Zeit jetzt, um erste Vorbereitungen für die neue Klasse zu treffen.





Die zukünftigen Erstklässler unserer Schule erhalten in den Sommerferien einen Brief ihrer Klassenlehrerin und einen großen Button. Der Button kann am Einschulungstag sichtbar an die Kleidung oder den Tornister geheftet werden, so dass schon bei der Einschulungsfeier ersichtlich ist, wer in welche Klasse gehört.

Da die Aufregung an einem solchen Tag recht groß ist, erleichtert der Button das zurechtfinden und es entsteht zudem ein erstes Gemeinschaftsgefühl.
Brief und Button liegen bereit und können kurz vor den Sommerferien in die Post gegeben werden.

Der erste Elternabend naht in Kürze. Dort wird u.a. das benötigte Material vorgestellt und die Materialliste ausgeteilt. Es hat sich an unserer Schule sehr bewährt, die Materialien am Elternabend einmal vorliegen zu haben und zeigen zu können. Wir schaffen von der Schule aus jeweils einen Materialsatz pro Klasse an, allerdings lassen wir das Sportzeug außen vor, und legen das Material am Elternabend zur Veranschaulichung aus.
Dieser Materialsatz dient dem Klassenlehrer später als Fundus für jene Kinder, die als Flüchtlinge zu uns kommen und nicht ausgestattet sind.

Mein Geschenk an die zukünftigen Kinder am ersten Schultag ist immer eine Postmappe. Eine durchsichtige Mappe mit Klettverschluss, in die ein erster Elternbrief kommt und einige bunte Papierstreifen.
Am zweiten Schultag beginnen wir ein Tagebuch zu führen und dort hinein kleben wir die bunten Papierstreifen mit guten Wünschen für den Schulanfang.
Für die Kinder, die keine Streifen dabei haben sollten, bereite ich einige bunte Streifen vor, so dass jedes Kind das Tagebuch mit netten Wünschen beginnen kann.

Diese organisatorischen Vorbereitungen gehen im Laufe der Dienstjahre immer schneller und leichter von der Hand. Man hat Erfahrungen aus den Vorjahren sammeln können und weiß, was sich bewährt hat und was modifiziert werden muss.
Obwohl ich zum sechsten Mal ein erstes Schuljahr einschule, bleibt es jedes Mal spannend und aufregend.
Einige Elemente ziehen sich wie ein roter Faden durch die Jahre, andere werden ausgetauscht und jedesmal gibt es neue Erkenntnisse, neue Bedürfnisse, neue Rahmenbedigungen und somit einen ganz neuen Zauber.

Neben diesen Vorbereitungen erstelle ich bereits einiges an Material. Mein Material werde ich nach wie vor im Zaubereinmaleins einstellen und hier in diesem Blog wird es lediglich um Intention und Einsatz gehen.

Nicht nur im Zuge der Inklusion muss der zukünftige Klassenraum eine Vielzahl von unterschiedlichen und anregenden Lernarrangements anbieten, so dass jedes Kind bereits von Beginn an individuell gefordert wird.
Ich habe bewusst "gefordert" geschrieben, da ich - wie ich an anderer Stelle bereits schrieb - es für elementar wichtig halte, stärkenorientiert zu arbeiten.

Um mich wieder ein wenig in die Entwicklungspsychologie einzulesen, nutze ich meine Sofazeit dazu einige entsprechende Bücher querzulesen. Ich werde sicher noch einmal darauf zurückkommen.

Eine neue erste Klasse zu übernehmen hat immer diesen ganz besonderen Zauber, weil man einige Jahre erfahrener geworden ist, viel dazugelernt hat, Schule, Unterricht und Rahmenbedigungen sich verändert haben und man einfach jedes Mal ganz neu starten kann.

Das ist ein großes Glück und ein immens wertvoller Schatz!

Susanne Schäfer 26.05.2016, 12.42 | (7/7) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das kann ich schon!

Vorgestern Abend durfte ich mit der Leiterin eines hiesigen Familienzentrums den Informationsabend für die Eltern der Vierjährigen gestalten.
Dieser Informationsabend ist laut Schulgesetz NRW (§ 36) so vorgesehen und wird in unserer Stadt von wechselnden Einrichtungsleitern gestaltet.

Vor fünf Jahren durfte ich erstmalig mitgestalten, in den Folgejahren gestalteten andere Schulleitungen mit Kollegen der Kindertageseinrichtungen diesen Abend.
Während ich vor fünf Jahren, noch recht neu in meiner Funktion als Schulleitung, auf klassiche Präsentationsmethoden setzte, entschieden wir uns in diesem Jahr dafür, die Eltern aktiv mit in den Abend einzubeziehen und ließen Beamer und Power Point komplett außen vor.

Nach einer Einführung durch die Kollegin des Familienzentrums baten wir die anwesenden Eltern darum, doch einmal auf Sonnenstrahlen zu notieren, was ihre Kinder bereits alles gelernt haben und können.
Es war uns ein Anliegen stärkenbasiert zu arbeiten, obwohl wir ein wenig bange waren, ob die Eltern sich überhaupt motivieren lassen würden, mitzugestalten.

Das Ergebnis übertraf all unsere Erwartungen:







Die Eltern schrieben - voller Stolz und das zu Recht  - sehr viele Lernerfolge ihrer Kinder auf. Eine gute Grundlage, um anschließend überzugehen zu dem Thema Grundschule und Basiskompetenzen.

Wir fragten die Eltern danach, was sie glaubten, was wichtig sei für eine geglückte Einschulung und einen guten Schulstart ihrer Kinder und auch hierbei kam  eine unglaublich umfassende Sammlung heraus, die ich als Einstieg nutzte.

Der Abend gestaltete sich somit mehr im Dialog als im Monolog und die zahlreichen Fragen der Eltern zeugten von großem Interesse.
Auffällig war, dass viele noch das klassische Schulbild von früher vor Augen hatten. Alle lernen im Gleichschritt dasselbe.

Es ist schwierig, Eltern zu vermitteln, das Unterricht heute ganz anders ist und nicht nur im Zuge der Inklusion anders gestaltet werden muss.

Ein spannendes und weites Feld, das hier sicher noch einmal an anderer Stelle aufgegriffen wird.

Am Ende des Abends hatten wir den Eindruck, dass die Eltern die Veranstaltung durchaus lohnenswert fanden.

Mir hat es noch einmal bewusst gemacht, wie wichtig es ist, wertzuschätzen was die Kinder alles schon an Lernvoraussetzungen mit in die Schule bringen.
Jedes Kind kann ganz viel, wenn es eingeschult wird, nur eben nicht alle dasselbe.

Schule ist häufig noch zu sehr geprägt von der Defizitorientierung. Da wir individuell fördern sollen, müssen und wollen, blicken wir natürlich zuerst auf das, was gefördert werden muss.
Meiner Ansicht nach ist das nicht unbedingt der richtige Ansatz. Ausgehend von den Stärken der Kinder lassen sich diese sicherlich weitaus besser motivieren und vor allem stärken wir so ihr Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Der Abend hat mich insofern gedanklich noch einmal weiter gebracht und ich werde in der neuen Klasse mit einer "Das kann ich schon!" - Wand arbeiten, an der wir über das Schuljahr hinweg und zwar von Anfang an dokumentieren, was jedes einzelne Kind schon kann, gelernt hat und welche Stärken es hat.


Der Abend hat übrigens auch gezeigt, das weniger oft mehr ist. Während ich mich vor fünf Jahren gedanklich noch in vielen Stunden auf einen solchen Informationsabend vorbereitet habe, belief sich die Vorbereitung in diesem Jahr auf nicht mehr als 30 Minuten. Es fand eine kurze Absprache mit der Kollegin des Familienzentrums statt. Wir waren uns sehr schnell einig. Ich schnitt einige Sonnenstrahlen aus, sorgte für Schreibmittel und Pinnnadeln und alles andere ließen wir spontan geschehen und sozusagen aus uns heraussprudeln.

Die Eltern leiteten uns durch ihre aktive Mitarbeit durch diesen Abend. Nun muss jedoch noch überlegt werden, wie in den kommenden Jahren mehr Eltern mit Migrationshintergrund erreicht werden können.
Das ist das Schöne an Schule: Nichts bleibt wie es ist, Leben ist stete Weiterentwicklung.

Ein ewig spannender Prozess.

Susanne Schäfer 26.05.2016, 09.26 | (9/9) Kommentare (RSS) | TB | PL

Klassenmaskottchen




Es gibt nichts, was im pädagogischen Bereich nicht hinlänglich und kontrovers diskutiert wird. So natürlich auch die Bezeichnung von Lerngruppen und Klassen mit einprägsamen Namen, manchmal in Verbindung mit einem Klassenmaskottchen.
An unserer Schule werden die Klassen zunächst einmal ganz traditionell mit Jahrgang und Buchstaben benannt. So gibt es in jedem Jahrgang die Klasse a, b und c.

Im kommenden Schuljahr wird es auch eine Klasse 1d geben, da wir in diesem Jahr vierzügig werden.
Die klassische Bezeichnung hat Vorteile im Bereich der Statistik und Datenverarbeitung und wird in jedem Falle beibehalten.
Zusätzlich hat es sich aber sehr bewährt, den Klassen individuelle Namen zu geben, meistens in Verbindung mit einem Klassenmaskottchen.

Während wir in der Unterrichtspraxis vor Ort bislang nie auf Ablehnung gestoßen sind, werden solche Bezeichnungen im Internet durchaus kontrovers diskutiert.
Nicht nur in Lehrer- sondern auch in Elternforen findet man die Hinweise darauf, dass Schulkinder so bewusst "klein gehalten werden", keine Abgrenzung mehr zum Kindergarten stattfindet, der Niedlichkeitsfaktor zu hoch ist und die Psyche der Kinder darunter leidern könnte, wenn sie sich dauerhaft mit einem bestimmten Tier oder einer bestimmten Zeichnung in Verbindung gebracht sehen.

Häufig fällt der Begriff der "Kuschelpädagogik" und Klassenmaskottchen werden mit einem Verhätscheln der Kinder gleichgesetzt. Manchmal wird man auch schlicht nachsichtig belächelt und unreflektiert in den "Primimaussektor" abgeschoben.

In den letzten Jahren wurde das Einschulungsalter hier vor Ort etappenweise gesenkt. Die Kinder, die nun eingeschult werden, sind deutlich jünger als die Kinder, die noch vor wenigen Jahren eingeschult werden. Darunter viele Kinder mit jahrelanger Kindergartenerfahrung, aber ebenso viele Kinder, die bis zur Einschulung in familiärer Umgebung aufwuchsen und nun das erste Mal viele Stunden am Tag aushäusig verbringen.

Entwicklungspsychologisch betrachtet macht das Senken des Einschulungsalters einen deutlichen Unterschied aus. Wir haben vor Ort die Erfahrung gemacht, dass ein Klassenmaskottchen die Kinder nicht unnötig "klein" hält, sondern es ihnen erleichtert, sich einer neuen Gruppe zugehörig zu fühlen.
Nicht die Kinder werden zu Eisbären in der Eisbärenklasse, sondern Ole, der Eisbär begleitet sie ein Stück ihres Weges.

In meinen vergangenen Jahren als Lehrerin habe ich in jedem Durchgang erlebt, wie wichtig das Klassenmaskottchen in Klasse 1 ist. Es wird geliebt, gehegt, gepflegt und gerne mit nach Hause genommen. Es dient als Gesprächs- und Schreibanlass, erlebt mit den Kindern zusammen viele aufregende und neue Dinge und gehört einfach dazu.
Bereits im zweiten Schuljahr wird die Distanz zum Klassenmaskottchen bei einigen Kindern größer. Es gehört nach wie vor dazu, man identifiziert sich auch weiterhin mit der Lerngruppe, aber der Bekuschelungsfaktor des Maskottchens nimmt bereits ab.
Nach wie vor geht man in die "Eisbären-", "Pinguin-" oder "Affenklasse", kann sich aber auch zunehmend mit den abstrakteren Klassenbezeichnungen identifizieren.

Im dritten Schulbesuchsjahr ist das Maskottchen auf jeden Fall noch wichtiger Begleiter, fristet sein Dasein aber schon eher am Rande des Geschehens. Die Kinder entwickeln sich weiter, die einen schneller, die anderen langsamer und man wächst eher zu einer 3a oder 3b zusammen und ist nicht mehr so sehr auf das Maskottchen fokussiert.
In Klasse 4 belächeln sich die Kinder selbst, wenn sie Briefe oder Tagebucheinträge lesen, die sich in Klasse 1 geschrieben haben, lieben das Maskottchen  noch immer, aber auf eine sehr distanzierte und natürlich "coole" Art.
Natürlich fehlt das Maskottchen auf keiner Feier, aber es wird nicht mehr allzu liebevoll gebettet und umsorgt.

Ein ganz normaler Entwicklungsprozess also, der den Kindern meiner persönlichen Erfahrung nach nicht schadet.

Der Übergang von der Kita, der Familie in die Grundschule ist mit so vielen Veränderungen und Neuerungen verbunden, dass Schule sich auf den Weg machen muss, Wege zu finden, um den Übergang zu erleichtern und zu strukturieren.

In diesem Jahr wird Ole Eisbär uns begleiten und helfen, einen guten Start in der Grundschule zu erleben.

Susanne Schäfer 14.02.2016, 08.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Entscheidung

Es stößt nicht überall auf  Gegenliebe, wenn man als Schulleiterin eine Klassenführung übernimmt. Das Argument, sich mit der Klassenführung weder hundertprozentig auf die Klasse noch hundertprozentig auf Schulleitung konzentrieren zu können ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.
Manchmal ist der Spagat, den man machen muss, recht groß.
Wobei es weniger um ein Zeitproblem geht, als vielmehr darum, sich selbst sehr gut aufzustellen und strukturieren zu müssen, um beidem gerecht zu werden.

Die Gefahr jedoch, die bei mir besteht, zu einer reinen Dokumentenverwalterin zu werden, ist zu groß, als dass ich sie eingehen möchte.
Zum einen möchte ich, dass unsere Schule keine Papierschule wird. Eine Schule voller geschriebener Konzepte, gut gefüllter Aktenordner und geduldigem Papier.
Schule muss meiner Meinung nach gelebt werden und Kinder gehen immer vor!
Nur mit einer Klassenführung gelingt es mir, Schulentwicklung wirklich zu leben, Probleme des Teams realistisch und praxisnah nachvollziehen zu können und Stressfallen zu erkennen.

Terminfluten zu erkennen, zu minimieren und im Austauch zu bleiben. Ich muss Inklusion aus Lehrersicht erleben und hautnah erfahren, um  darüber kompetent sprechen und diskutieren zu können. Und letzlich bin ich natürlich Lehrerin geworden, um mit Kindern zu arbeiten und nicht, um nur im Büro zu sitzen.

Neben der personellen Situation, ist es mein ganz persönlicher Wunsch wieder ein erstes Schuljahr zu übernehmen.
Mir ist bewusst, dass das nicht immer einfach mit Schulleitungsaufgaben zu koordinieren sein wird, aber es ist keine unmögliche Aufgabe und den Gewinn, den eine Klassenführung mit sich bringt, möchte ich an vielen Stellen - insbesondere im Bereich der Schulleitung - nicht missen.

Susanne Schäfer 07.02.2016, 09.33 | (11/11) Kommentare (RSS) | TB | PL

So viel geschafft -- so viel zu tun

Die Umzugswoche liegt hinter uns und wir haben wirklich viel geschafft. Auf unserer Facebookseite haben wir regelmäßig in Bildern festgehalten, wie es nun im Gebäude aussieht.
Obwohl das Team Stunden über Stunden eifrigst gewerkelt hat, bleibt noch eine Menge zu tun.
Hauptsächlich in den Klassenräumen.







Heute morgen konnte man meinen zukünftigen Klassenraum kaum betreten. Ein wenig Zeit hatte ich, um zumindest das Mobiliar an Ort und Stelle zu rücken und ganz drei Kisten auszupacken.

Unendlich viele Kisten warten noch darauf, ausgepackt zu werden und vom Gefühl her, hätte ich den Raum gerne fertig, ehe ich versuche, in die Sommerentspannung zu gehen.
Da viele Termine mit dem Schulträger und/oder Handwerkern ausstehen, habe ich keinen Urlaub geplant, aber ich denke, ein wenig Schulabstinenz muss sein, um in den letzten beiden Ferienwochen dann wieder ausgeruht beginnen zu können.

Auch, wenn es goßen Spaß macht so einen nagelneuen Raum einzurichten, bleibt es eine Menge Arbeit und ich freue mich, dass ich töchterlicherseits Hilfe bekommen werden.

Der Raum als Lernumfeld gilt nicht nur in der Literatur als "dritter Pädagoge", auch ich habe die Erfahrung machen können, dass das Lernumfeld, die Lernumgebung maßgeblich zu Lernerfolgen motivieren und hinführen kann.

Wesentlicher Bestandteil meines Klassenraums ist nach wie vor der fest installierte Bänkekreis, den ich in diesem Jahr direkt an die Fensterfront stellen kann, ein lichter und heller Platz, der mir sehr gut gefällt. Anders als in den Vorjahren hat mein Klassenraum wieder eine Tafel.
Nicht, weil ich darum gebeten habe - im Gegenteil - sondern weil er offensichtlich zu einer Klassenraumausstattung gehört und ich mit meinen Argumenten diesmal nicht überzeugen konnte.
Die Fachkollegen wird es freuen und ich habe andere Möglichkeiten gefunden, meine Regale unterzubringen.

Susanne Schäfer 00.00.0000, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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Anne
Liebe Susanne, erst einmal ein großes Lob für die vielen liebevoll gestalteten Dinge. Ich möchte im neuen Schuljahr auch eine Eisbärenklasse starten. Gibt es schon Schilder für die Tafel mit den Unterrichtsstunden? LG
21.5.2017-17:17
Melanie
Liebe Susanne,
vielen Dank für deine tollen Texte, darin kann man sich wirklich stundenlang verlieren!
Am Schuljahresanfang hattest du Auf- und Einräumbilder deines Klassenraumes gepostet, mich würde mal interessieren, wie es jetzt so bei dir aussieht, nachdem darin schon eine ganze Weile gelebt wird.
Es grüßt dich ganz herzlich,
Melanie
14.5.2017-19:18
Pepe
Weil nicht sein darf, was nicht sein soll! Mutige, offene Worte. Vielen Dank dafür, Susanne. Genau so sieht es aus.
23.2.2017-16:37
Melli
Liebe Susanne, ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um dir ganz ganz herzlich für die tolle Idee und natürlich deine süßen Materialien zum Märchentag zu danken. Wir begehen seither den "Märchenfreitag" (stundenplanbedingt) und meine Erstklässler lieben es! Gerade für meine sehr spracharmen Kinder ist es eine tolle Möglichkeit, den Wortschatz zu erweitern und sie zum Sprechen und Erzählen anzuregen. Und ähnlich wie du habe auch ich einen ungemeinen Spaß daran, jede Woche ein neues Märchen vorzubereiten und mal keine Buchstabeneinführung ö.ä. zu machen. Also lieben, lieben Dank!!!
18.2.2017-11:02
Angelika
"Menschen" wie "immer wieder" sollte man einfach ignorieren, Ernst nehmen kann man das nicht. Peinlich trifft es auch ganz gut.
15.1.2017-17:32
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Silvia Türlings:
Liebe Susanne,du sprichst (schreist) mir aus
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Wernze , Anja:
Danke für die wohl gewählten Worte, die mir m
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Münstermama:
Was aktuell wieder passiert ärgert mich sehr
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Stephanie Ball :
Hallo Frau Schäfer,wie immer: ein guter Blick
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Kirsten Midik :
Das nenne ich mal " aus der Seele gesprochen
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Lothar Jacksteit:
Liebe Kollegin,darf ich den Artikel in unsere
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frutte55:
Ein großartiger Artikel, Susanne! Du solltest
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Ulrike Luziwek:
Aus vollstem Herzen meine Zustimmung! Ich plä
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Anders:
Vielen Dank, dass das mal jemand ausspricht!
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