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Das vergessene Lob

Die Gespräche des Kindersprechtages verliefen konstruktiv und für uns mit dem ein oder anderen Augenöffner. Natürlich ging uns das Herz auf, als Kinder freimütig und von Herzen Dinge des Schulalltags, Lehrer und Abläufe lobten.



Loben - etwas das zu schnell verloren geht in der Hektik des Alltags. Es sind die Eltern, die sich beschweren möchten, die zu uns ins Büro stürmen, etwas auf dem Herzen haben, unzufrieden sind, sich unverstanden fühlen.
Selten stürmt jemand das Büro, um uns zu loben oder zu sagen, wie gut wir unsere Arbeit machen und dennoch machen wir - voller Einsatzbereitschaft und herzlich gerne - weiter.

Ganz zu schweigen davon, dass ein Lob von der Schulaufsicht kommt, von "oben", von anderen Seiten.
Ich nehme an, das ist in anderen  Berufen ganz ähnlich, dass man häufig auf mangelnde Wertschätzung trifft, sich nicht anerkannt fühlt oder es einfach mal an einem spontanen Lob mangelt.

Dabei motiviert ein Lob, beflügelt, macht uns stark und gibt es Kraft.
So oft, wie wir es bei den Kindern handhaben, so selten loben wir uns.
Oder anders gesagt, habe ich mich gefragt, wann ich das Team oder einzelne Kollegen zuletzt bewusst gelobt habe.
Lasse ich mich auch einbinden in den Alltagstrubel und verliere den Blick und die Wertschätzung für das, was jeder einzelne an unserer Schule tagtäglich leistet?

Wahrscheinlich.
Viel zu selten finde ich anerkennende Worte für Kolleginnen und Kollegen und Schuld ist nicht der Schulalltag, sondern Nachlässigkeit. Ein Lächeln und anerkennende Worte kosten weder Mühe, noch Geld, noch Zeit.

Das, was tagtäglich in allen Schulen geschieht ist mindestens ein dickes Lob wert. Der Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, das stete Suchen nach neuen Möglichkeiten, Kinder zu fördern und zu fordern, das Meistern des nicht immer einfachen Schulalltags, die gegenseitige Hilfe und das Verfolgen der gemeinsamen Ziele.

Ein Lob und ein Danke.
Und es sollte mir im Schultrubel nicht unter gehen.
Ich arbeite daran.
Immer wieder neu.

Susanne Schäfer 29.01.2017, 09.33

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Katrin

Liebe Susanne,
wie Recht du doch hast. Mir ist vor Kurzem während einer Fortbildung diese nette Idee begegnet und seitdem hat sie auch Einlass bei uns gefunden: Jede Konferenz endet nun bei uns mit einer Lob- und Wunschrunde, so wie sie doch häufig schon mit den Kindern zelebriert wird gönnen wir uns diese Zeit nun auch regelmäßig :-)
Vielen Dank auch für die vielen Ideen und Anregungen die ich auf deinen Seiten regelmäßig finde
Liebe Grüße
Katrin

vom 30.01.2017, 17.49
Antwort von Susanne Schäfer:

Das ist eine tolle Idee!
2. von Dennis Becker

Empfehle, daran nicht nur zu arbeiten, sondern sich das fest vorzunehmen. Durch einen Eintrag in seinen Kalender wie einen Termin. Es lohnt sich, weil ich mir selbst etwas Gutes tue und der Gelobte sich freut.

vom 29.01.2017, 20.52
Antwort von Susanne Schäfer:

So wahr.
:-)
1. von Annett

Genau! Liebe Susanne! Deshalb habe ich optimistischer Weise diesen Spruch mit einer aufgeklebten Feder zum Elternabend verteilt und habe es als Erinnerung im Umschlag meines Klassenbuches. ;-)

Liebe Grüße Annett

Lob ist wie eine Feder.
Von Zeit zu Zeit ein Lob,
und Menschen
bekommen Flügel.

Phil Bosmans



vom 29.01.2017, 14.47
Antwort von Susanne Schäfer:

Das ist ja eine tolle Idee!
Danke, dass Du sie hier aufgeschrieben hast.
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Anne
Liebe Susanne, erst einmal ein großes Lob für die vielen liebevoll gestalteten Dinge. Ich möchte im neuen Schuljahr auch eine Eisbärenklasse starten. Gibt es schon Schilder für die Tafel mit den Unterrichtsstunden? LG
21.5.2017-17:17
Melanie
Liebe Susanne,
vielen Dank für deine tollen Texte, darin kann man sich wirklich stundenlang verlieren!
Am Schuljahresanfang hattest du Auf- und Einräumbilder deines Klassenraumes gepostet, mich würde mal interessieren, wie es jetzt so bei dir aussieht, nachdem darin schon eine ganze Weile gelebt wird.
Es grüßt dich ganz herzlich,
Melanie
14.5.2017-19:18
Pepe
Weil nicht sein darf, was nicht sein soll! Mutige, offene Worte. Vielen Dank dafür, Susanne. Genau so sieht es aus.
23.2.2017-16:37
Melli
Liebe Susanne, ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um dir ganz ganz herzlich für die tolle Idee und natürlich deine süßen Materialien zum Märchentag zu danken. Wir begehen seither den "Märchenfreitag" (stundenplanbedingt) und meine Erstklässler lieben es! Gerade für meine sehr spracharmen Kinder ist es eine tolle Möglichkeit, den Wortschatz zu erweitern und sie zum Sprechen und Erzählen anzuregen. Und ähnlich wie du habe auch ich einen ungemeinen Spaß daran, jede Woche ein neues Märchen vorzubereiten und mal keine Buchstabeneinführung ö.ä. zu machen. Also lieben, lieben Dank!!!
18.2.2017-11:02
Angelika
"Menschen" wie "immer wieder" sollte man einfach ignorieren, Ernst nehmen kann man das nicht. Peinlich trifft es auch ganz gut.
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Danke für die klaren Worte!Es ist interessant
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Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
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Raphaela Tanha:
Liebe Frau Schäfer,Sie sprechen mir aus der S
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Tamara:
Liebe Susanne, wäre ich nicht so sauer, hätte
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Brigitte Langer:
Ich arbeite seit 38 Jahren an einer Geundschu
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