Ausgewählter Beitrag

Fußwegauszeichnung

Die Verkehrs- und Parksituation an unserer Schule ist - wie wahrscheinlich an vielen anderen Schulen auch - unglücklich bis gefährlich. Bedingt durch die Tatsache, dass vielen Kindern der Fußweg erspart bleiben soll, herrscht regelmäßig Chaos rund um unsere Schule und Gespräche und freundliche Hinweise überzeugen nicht immer und bei weitem nicht jeden.

In der Regel wohnen die Kinder so nah an der Schule, dass ein Fußweg zumutbar und im Sinne der Erziehung zur Selbstständigkeit auch sinnvoll ist.
Doch das, was aus Lehrerperspektive sinnvoll erscheint, entspricht nicht immer den Elternwünschen  und so werden Feuerwehrzufahrten, Eingänge, Lehrerparkplätze und Zugänge zur Schule durch gefährliche Park- und Wendemanöver regelmäßig blockiert.

In Konferenzen wurde das immer wieder thematisiert und selbstverständlich auch in den schulischen Gremien. Der Erfolg blieb bis dato leider aus und wir sorgen uns darum, dass erst Schlimmeres geschehen muss, ehe Einsicht walten wird.

Im Team entstand nun, initiiert durch eine Kollegin, die Idee, die Kinder auszuzeichnen, die regelmäßig zu Fuß zur Schule kommen und sie als Vorbild für andere wirken zu lassen.




Auf unserer Facebookseite wird zu Recht kommentiert:

"Früher eine Selbstverständlichkeit, heute muss man per "Auszeichnung" motivieren. Das sagt viel aus."

Wir sehen das genauso, suchen aber nach Mitteln und Wegen, die Situation zu entschärfen und zu verdeutlichen, dass ein Fußweg zur Schule weder verwerflich noch unzumutbar ist.
Andere Schulen stehen sicher vor ganz ähnlichen Problemen und wir sind sehr daran interessiert zu erfahren, wie andernorts mit der Situation umgegangen wird.

Mit freundlicher Ansprache sind wir bislang nicht viel weiter gekommen. Teilweise wurden wir beschimpft, teilweise ausgelacht.
Nun gehen wir also diesen neuen Weg, in der Hoffnung, dass er erfolgreich sein wird!

Susanne Schäfer 19.02.2017, 10.16

Kommentare hinzufügen











Kommentare zu diesem Beitrag

9. von Klara

Hallo Frau Schäfer,
an unserer Schule gibt es eine Elternhaltestelle. Dort "liefern" die Eltern die Kinder mit dem Auto ab, so dass es nicht mehr vor unserer Schule zu wilden Park- und Wendemanövern kommt. Von der Haltestelle laufen die Kinder dann eine bewachte Strecke zur Schule. Bei Wind und Wetter steht ein Vater an einer gefährlichen Stelle und leitet die Kinder sicher über die Straße.
Dazu gibt es als Anreiz für die Kinder einen Pokal, der an die Klasse gegeben wird, die in einem Monat die meisten Sternchen (pro Tag und Kind, das zu Fuß zur Schule kommt erhält man einen Stern) gesammelt hat.

Trotz allem, was wir versuchen, gibt es auch die Unbelehrbaren, die quer auf em Lehrerparkplatz stehen und uns Lehrer beschimpfen, wenn wir sie bitten, rücksichtsvoller zu parken oder ihr Kind zur Elternhaltestelle zu bringen.

Ich hoffe, dass es an euer Schule gut klappt!
Liebe Grüße, Klara

vom 11.03.2017, 18.18
8. von Susanne

Es ist eine gute Idee, die Kinder, bzw. indirekt die Eltern, dazu zu motivieren, zu Fuß zu gehen. Meine eigenen Kinder hatten einen Schulweg zu Fuß von einer halben Stunde, und es hat ihnen gut getan, diesen Weg bei Wind und Wetter zu laufen. Wir haben ihn geübt, indem ich in den Sommerferien den Weg mit ihnen gegangen bin, immer schön im Hintergrund, damit sie gleich ein Gefühl dafür bekommen, alleine zu gehen. So konnte ich das Vertrauen gewinnen, dass sie es schaffen werden.
Mittlerweile laufe ich denselben Weg ebenfalls zur Schule, meine Förderschule liegt in Nachbarschaft zur Grundschule, und ich bin erschrocken über die Verkehrssituation, die die Eltern allmorgentlich dort verursachen. Dass meine eigenen Kinder heile in der Schule angekommen, und Mittags auch wieder nach Hause gekommen sind, grenzt an ein Wunder.
Wie kann man eine solch gute Idee, die Kinder zum Laufen zu motivieren, beschimpfen oder gar auslachen. Das entsetzt mich gerade sehr.
Viel Erfolg mit dieser Aktion.
LG Susanne


vom 25.02.2017, 16.10
Antwort von Susanne Schäfer:

Dankeschön! Ich bin natürlich gespannt, wie sich die Situation an unserer Schule entwickeln wird und freue mich über andere Sichtweisen, Ideen und Kommentare.
Schön, dass Du Dich hier zu Wort gemeldet hast.
Ich danke Dir herzlich.
7. von Lotto-Fee

Hallo Susanne,
wir machen jedes Schuljahr im September eine Aktionswoche Zu Fuß zur Schule und zwar in der Woche zum weltweiten Aktionstag Hier klicken
Jedes Kind bekommt einen Stempelpass. Jeden Morgen gibt die Klassenlehrerin den Kindern einen Stempel, die gelaufen sind. Das motiviert viele Kids das Thema zuhause anzusprechen. Am Ende der Woche macht die ganze Schule zu Fuß einen Ausflug zu einem Abenteuerspielplatz. Am Anfang der nächsten Woche bekommen alle Klassen, die viele Stempel gesammelt haben einen Softball für die Klasse (aus Motivationsgründen also alle Klassen :) ). Und es gibt einen Brief an die Erstis, dass bis zu den Herbstferien geübt werden soll, dass die Kinder nach den Ferien alleine / in Gruppen laufen.
Auch bei uns kommt im ersten Quartal regelmäßig das Ordnungsamt und zeigt Präsenz. Und es gibt einen Vespa-Club der Warnwesten vom ADAC an Erstis verschenkt.
Alles zusammen bringt das viel Aufmerksamkeit für das Thema und hilft vor allem die neuen Erstklasseltern zu überzeugen. Es bringt auch viel den Elternbeirat der Schule mit einzubeziehen, die sprechen am ersten Elternabend auch darüber.
Viel Erfolg!
Lotto-Fee

vom 20.02.2017, 19.11
Antwort von Susanne Schäfer:

Das ist eine tolle Anregung, ich danke Dir herzlich!
6. von Cubi

Wir haben das Problem jeweils die ersten Monate des Schuljahres vorwiegend bei Erstklässlereltern, danach gibt es sich nach der ersten EV recht schnell. Zudem ist das Ordnungsamt tatsächlich in den ersten Wochen und auch immer mal wieder sehr präsent gewesen ... Das hat wirklich geholfen. Reichlich Fahrradständer sind auch noch da ...
Bekommen diese Kinder eure Auszeichnung auch?
Einige unverbesserliche, die ihr Kind noch in Klasse 4,5,6 abholen und bringen, haben wir natürlich trotzdem ...


vom 20.02.2017, 09.18
Antwort von Susanne Schäfer:

Wir haben keine Fahrradkinder. Doch, eines und das erhält die Auszeichnung dann selbstverständlich auch.
5. von Tiger

Wir haben zum Einen aus drei verschiedenen Richtungen den Walking bus, der die Kinder zu Fuß zur Schule begleitet und zum Anderen eine Hol- und Bringzone für die mit dem Auto gefahrenen Kinder eingerichtet.

vom 19.02.2017, 22.57
Antwort von Susanne Schäfer:

Eine Hol- und Bringezone ist eine tolle Anregung. Wir werden das mit der Stadt diskutieren.
Lieben Dank!
4. von Uli

Also bei uns werden viele Kinder, die weiter weg wohnen, morgens zu einer Freundin/einem Freund gefahren und laufen dann gemeinsam mit diesem Kind zur Schule. Die Kinder finden das ziemlich gut! Allerdings klappt das nach der Schule nicht immer, wegen der Betreuung. LG Uli

vom 19.02.2017, 17.26
Antwort von Susanne Schäfer:

Von der Schule meiner Töchter kenne ich den Walking Bus, das ist auch eine tolle Idee.
3. von offenerunterricht

Hallo Susanne,
ich lese schon eine Weile mit und freue mich immer über deine ehrlichen und offenen Beiträge auf deinem Blog!
Nun möchte ich aber kurz etwas zu eurem Vorhaben anmerken. Ich kenne das Problem natürlich auch. Doch als Mama eines Grundschulkindes, das nicht in Schulnähe wohnt und auch nicht mit dem Bus fahren kann, stelle ich mir gerade vor, wir meine Tochter sich fühlen würde. Sie würde gerne zur Schule laufen (alleine), es ist aber nicht möglich...sie steigt an der Schule aus dem Auto aus und läuft die letzten wenigen Meter. Habt bitte (falls es bei euch auch Kinder betrifft) diese Kinder im Blick ;)

Ansonsten kann ich nur sagen, Danke für diesen tollen Blog!! Und weiterhin viel Kraft.
Lg, offenerunterricht

vom 19.02.2017, 17.20
Antwort von Susanne Schäfer:

Die haben wir im Blick. Eltern können diese Kinder ein klein wenig von der Schule entfernt absetzen, so dass ein letzter Restweg - wie Du es beschreibst - gegangen werden kann.
Das verstärkt das Parkchaos nicht und die Kinder können immer noch ein Stück des Weges mit ihren Klassenkameraden gehen.
Allerdings wohnen unsere Kinder sehr nah an der Schule.
:-)
2. von Sarah

Hallo Susanne,
ein sehr schöne Idee und eine gute Anregung. Ich überlege gerade, das Ganze auch für Buskinder umzusetzen. Bei uns bekommen viele Kinder eine Busfahrkarte gestellt. Leider werden einige aber doch jeden Morgen gebracht oder mittags vor der Schule abgeholt, wobei dann häufig die Bushaltestelle zugeparkt wird. Häufig sind es sogar die Kinder, die in unmittelbarer Nähe zur Ausgangshaltestelle wohnen. Vielleicht setze ich mich da gleich mal noch dran. Danke noch Mal und einen schönen Sonntag Sarah

vom 19.02.2017, 15.28
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke, dass Du Dir die Zeit für einen netten Kommentar genommen hast!
1. von Marianne

Hallo Susanne,
ich finde euren Weg super!
Wir haben ähnliche Probleme. Ich würde dies auch gerne versuchen. Gibt es für die Fußweg-Auszeichnung eine Vorlage? Ich würde mich sehr darüber freuen!
Vielen Dank schon mal für die Idee!


vom 19.02.2017, 13.55
Antwort von Susanne Schäfer:

Nein, einige unserer Schulvorlagen sollen individuell bleiben und nicht an jeder Schule in derselben Form zu finden sein.
Ein bisschen Individualismus an den Schulen tut glaub ich gut.
:-)
Folge mir per E-Mail

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Shoutbox

Captcha Abfrage



Anne
Liebe Susanne, erst einmal ein großes Lob für die vielen liebevoll gestalteten Dinge. Ich möchte im neuen Schuljahr auch eine Eisbärenklasse starten. Gibt es schon Schilder für die Tafel mit den Unterrichtsstunden? LG
21.5.2017-17:17
Melanie
Liebe Susanne,
vielen Dank für deine tollen Texte, darin kann man sich wirklich stundenlang verlieren!
Am Schuljahresanfang hattest du Auf- und Einräumbilder deines Klassenraumes gepostet, mich würde mal interessieren, wie es jetzt so bei dir aussieht, nachdem darin schon eine ganze Weile gelebt wird.
Es grüßt dich ganz herzlich,
Melanie
14.5.2017-19:18
Pepe
Weil nicht sein darf, was nicht sein soll! Mutige, offene Worte. Vielen Dank dafür, Susanne. Genau so sieht es aus.
23.2.2017-16:37
Melli
Liebe Susanne, ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um dir ganz ganz herzlich für die tolle Idee und natürlich deine süßen Materialien zum Märchentag zu danken. Wir begehen seither den "Märchenfreitag" (stundenplanbedingt) und meine Erstklässler lieben es! Gerade für meine sehr spracharmen Kinder ist es eine tolle Möglichkeit, den Wortschatz zu erweitern und sie zum Sprechen und Erzählen anzuregen. Und ähnlich wie du habe auch ich einen ungemeinen Spaß daran, jede Woche ein neues Märchen vorzubereiten und mal keine Buchstabeneinführung ö.ä. zu machen. Also lieben, lieben Dank!!!
18.2.2017-11:02
Angelika
"Menschen" wie "immer wieder" sollte man einfach ignorieren, Ernst nehmen kann man das nicht. Peinlich trifft es auch ganz gut.
15.1.2017-17:32
Letzte Kommentare
C:
Hallo Susanne!Ich teile deine Einstellung zu
...mehr
Sissi :
Liebe Susanne, eine wirklich schöne Idee, die
...mehr
Barbara:
Liebe Susanne, was für eine tolle Idee (mal w
...mehr
:
Liebe Susanne,ich finde die Entscheidung scho
...mehr
Klara:
Hallo Frau Schäfer, an unserer Schule gibt es
...mehr
Kerstin:
Liebe Susanne,vieeelen Dank für diese tolle I
...mehr
Viola:
Liebe Frau Schäfer!Natürlich blutet einem irg
...mehr
Birgit:
Liebe Susanne,ich kann die Entscheidung der S
...mehr
Dennis Becker:
Zitat aus Blogbeitrag: "einem Kind einmal wöc
...mehr
:
Liebe Susanne,ich finde das klasse! Ich wünsc
...mehr
2017
<<< Juni >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   01020304
05060708091011
12131415161718
19202122232425
2627282930