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Stressfaktor Hausaufgaben

Wenn ich eine Vision von Schule habe, dann gehört sicherlich die hausaufgabenfreie Schule mit dazu.
Hausaufgaben, in der Form, wie sie gängigerweise praktiziert werden (auch an unserer Schule) bedeuten für fast alle Beteiligten Stress.

Sie müssen gut durchdacht und vorbereitet werden, machen nur Sinn, wenn man sie wertschätzt und ärgern, wenn sie nicht erledigt oder gemacht werden.
Zudem ist es nahezu unmöglich, allgemeine Hausaufgaben zu erteilen, in unserer Klasse machen fast alle Kinder unterschiedliche Hausaufgaben.
Das führt zu Verdruss bei den Eltern, die nicht mal eben beim Nachbar nachfragen können, was die 1a denn heute aufhat, sofern das eigene Kind das nicht mitbekommen haben sollte.



Hausaufgaben kosten eine Menge Zeit in der Schule und viele Nerven am Nachmittag. Wenn die Kinder viel mehr das Lernen lernen oder offene Aufgabenformate erhalten, ließe sich der Hausaufgabenfrust sicher minimieren.

Würden wir die Zeit, die wir in der Schule mit dem Erklären, Austeilen, Einsammeln, Vergleichen und Kontrollieren der Hausaufgaben für echte Lernzeit nutzen, so wäre der Effekt ein weitaus nachhaltiger, als irgendwelche Hausaufgaben das je bewirken könnten.

Hausaufgaben jedoch scheinen, insbesondere für Eltern, aber auch für viele meiner Kolleginnen und Kollegen dazu zugehören. Warum, das konnte mir bislang noch niemand plausibel erklären. Ich höre Aussagen wie: "Aber das Einmaleins muss man nunmal zu Hause auswendig lernen!" oder "Kinder müssen lernen Pflichten zu haben!"

Letzteres können sie - ich halte das durchaus auch für wichtig - auch auf andere Art und Weise lernen.

Für manches jedoch ist die Zeit einfach noch nicht reif und so ergebe ich mich derzeit dem Hausaufagentrott, im Hinterkopf aber ganz andere Ideen verfolgend.
Ich weigere mich, zu viel Zeit in Hausaufgaben zu investieren und so erteile ich häufig (immer klappt es leider nicht) Wochenhausaufgaben.
Die werden am Montag mit den nötigen, kurzen Erklärungen ausgeteilt bzw. notiert und am Freitag legen die Kinder die Hausaufgaben selbstständig in unser  Kontrollfach.

Ich sehe keine Notwendigkeit darin, hinter fehlenden Hausaufgaben hinterherzutelefonieren, Briefe zu schreiben oder mich gar aufzuregen.
In der Regel werden sie gemacht, mal mehr mal weniger und das muss reichen.

Die Rückmeldungen der Eltern, für die Hausaufgaben in der Tat ein sehr wichtiges Thema sind, reichen grundsätzlich von "viel zu viel" bis hin zu "viel zu wenig". Nicht zu vergessen: "viel zu leicht" und "viel zu schwierig"!

Es gibt Eltern und Geschwister, die gerne die Hausaufgaben für die eigenen Kinder oder den eigenen Bruder, die eigene Schwester anfertigen und spricht man die Kinder darauf an, geben sie das meistens offen und ehrlich zu.
Sinnloser können Hausaufgaben gar nicht mehr werden.

Im Bemühen, jedem Kind individuelle Hausaufgaben aufzugeben, wird die Notation schwierig. Es mangelt mir an Zeit und Einsicht, mit jedem Kind die individuelle Hausaufgabe zu notieren. Also zeichnen wir rasch jeden Montag ein einfaches Haus in unser Logbuch an die dafür vorgesehene Stelle.
Das ist die schlichte Erinnerung daran, dass es eine Hausaufgabe gibt und die Kinder müssten eigentlich wissen, was zu tun ist.
Dem ist natürlich nicht immer so und das ärgert einige Eltern, die durchaus die Meinung vertreten, ihr Kind sei noch viel zu klein, um sich so etwas merken zu können.
Nun, das sehe ich grundsätzlich anders, aber ich kann die elterliche Sicht durchaus nachvollziehen, wenn auch nicht verstehen.

Manchmal gelingt es mir, Wochenhausaufgabenhefter anzufertigen. Einige Kinder bekommen Hausaufgaben in den Arbeitsheften unserer Lehrwerke auf, andere erhalten dann hin und wieder  - so wie morgen - einen Schnellhefter.
Morgen gibt es drei unterschiedliche: Hefter 1, Hefter 2 und Hefter 3.

Einige der Hefter kommen in die Restekiste, so dass sie zu einem späteren Zeitpunkt auch noch bearbeitet werden können.
Die Blätter sind im Grunde beliebig austauschbar und ich stelle sie so zusammen, wie es für das einzelne Kind passt.

Das Heraussuchen geeigneter Blätter dauert immer länger als das Selbsterstellen und so gelingt es mir hin und wieder - sehr unregelmäßig - mit solchen Hausaufgabenmappen zu arbeiten.
Das sind immer sehr entspannte Hausaufgabenwochen.

Die Kinder wissen, dass sie nur den einen Hefter bearbeiten müssen, die Eltern und die Kolleginnen und Kollegen im Ganztag und der alternativen Betreuung finden sich auch bestens zurecht.
Am Freitag, bei manchen Kindern auch früher, werden die Hefter in das Kontrollfach gelegt, ohne dass ich die Kinder dazu auffordern muss. Das geschieht mittlerweile bei den meisten automatisch und die wenigen, die es vergessen, werden durch die Vorgänge in der Klasse ja immer darauf aufmerksam gemacht.

Ich schaue die Hefter durch, dann werden sie in die Aktenordner der Kinder geheftet.
Das ist die Kompromisslösung.

Ich nehme an, dass die Hausaufgaben auf dem nächsten Pflegschaftsabend ein Thema sein werden.
Und generell immer ein Thema bleiben werden.

Visionen sind ja da, um sie zu verfolgen.
Und ich kann geduldig sein.

Susanne Schäfer 05.02.2017, 17.52

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Kommentare zu diesem Beitrag

19. von C

Hallo Susanne!
Ich teile deine Einstellung zu den Hausaufgaben voll und ganz!
Ich habe lange in einer jahrgangsgemischten Klasse 3/4 unterrichtet und die Kinder haben in Mathe und Deutsch meist nach Plänen gearbeitet. Die Hausaufgabe lautete dann oft so:

Lese-AB (mehrfach differenziert)
20 Minuten Matheplan (Kinder arbeiteten in unterschiedlichen Plänen je nach Lerngeschwindigkeit, jedes "Thema" war dreifach differenziert)

Mit den "Minuten-Hausaufgaben" habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Man muss als Lehrer natürlich einen guten Überblick haben, um zu merken, wer seine Zeit nicht wirklich genutzt hat. 😉 Aber wenn die Kinder am nächsten Tag weiter am Matheplan gearbeitet haben, konnte ich ja sehen, wie weit jedes Kind gekommen ist nach dem Stempel (oder der Markierung), den wir am Tag zuvor ins Arbeitsheft gemacht haben. Das hat sich (trotz eher schwierigem Einzugsgebietes) nach kurzer Zeit gut eingespielt.
Liebe Grüße
C


vom 23.06.2017, 21.53
18. von Monic

Liebe Frau Schäfer,
danke für den tollen Kommentar, ich bin absolut Ihrer Meinung!
Mit Ihren Visionen sind Sie also nicht allein,denn mir geht es ganz genau so.
Viele Grüße

vom 12.02.2017, 13.56
Antwort von Susanne Schäfer:

Das ist schön zu lesen - danke.
17. von sarah

Ich finde es erschreckend, dass sich einige Lehrer gegen Hausübungen aussprechen (natürlich ist es für mich bequemer, wenn ich am Nachmittag nichts zu verbessern habe). Kinder, die wenig oder keine Hausübungen bekommen, sind um einiges schwächer. Die Klassen, die ich übernehmen musste, waren immer extrem schwach!
Da ich in der Hausübungsstunde, einen Teil der Kinder bei der Hausübung beobachten kann, sehe ich auch, dass die meisten die Hausübung ohne Unterstützung der Lehrerin schaffen. Natürlich kommt es auf die Lehrerin an und welche Hausübung sie aufgibt . Die Hausübung sollte nur dazu dienen, in der Schule Gelerntes daheim zu festigen (siehe Studie). Wenn manche Lehrer die Kinder alles selbstständig erarbeiten lassen und die Hausübung auch etwas Neues oder Anderes ist, sollte man eher die Lehrer hinterfragen.
Hier klicken

vom 10.02.2017, 11.04
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke für die umfangreiche Rückmeldung.
Meine Sicht auf und zu Hausaufgaben habe ich ja bereits dargelegt.
Wie von Ihnen hier beschrieben, würde es hier kaum funktionieren.
Da wären wir aber wieder beim Thema Chancengleichheit.
Ein weites Feld.
16. von silke

Hallo Frau Schäfer,
Schule hat sich verändert in den letzten Jahren, Hausaufgaben dürfen das auch! Sicherlich, dann sollten diese Veränderungen aber zum Positiven führen und die Leistungen und die Motivation der Schüler erhöhen. Nur leider geht der Trend seit Jahren in die entgegengesetzte Richtung. Komisch, oder?
(Es gibt mittlerweile eine Untersuchung, die belegt, dass die Leistungsschere zwischen Kindern aus bildungsnahen und-fernen Elternhäusern durch weniger Hausaufgaben noch größer geworden ist!)

vom 09.02.2017, 06.28
Antwort von Susanne Schäfer:

Ich würde es sicherlich nicht als "komisch" bezeichnen. Wo finde ich die Studie, ich bin sehr daran interessiert, sie zu lesen.
15. von Chester

Ach, die Hausaufgaben.... Als Kind habe ich sie gehasst und deshalb nicht gemacht, was in meinen Zeugnissen ab der 2. Klasse auch immer stets und ausdauernd dokumentiert wurde.

Als junge Lehrerin habe ich in einer 1. Klasse mal ausgerechnet, wie viel Zeit mit dem Aufschreiben, Kontrollieren und dem Schimpfen über nicht gemachte Hausaufgaben eigentlich vergeht. Es war oft mehr Zeit, als in der selben Stunde noch zum Lernen blieb.

Als Klassenlehrerin einer 1., dann 2. Klasse habe ich zum ersten Mal im Leben gute Erfahrungen mit Hausaufgaben gemacht. Da jedes Kind einen eigenen Lehrplan hatte und an unterschiedlicher Stelle arbeitete, durften sich die Kinder ihre Hausaufgaben selber aussuchen. Einige Eltern fanden das anfangs zu schwierig für ihre Kinder, weil sie auch mal etwas mit nach Hause brachten, das sie (noch) nicht verstanden. Aber in meinen Augen lernen Menschen Selbsteinschätzung und Verantwortung nur, wenn sie auch Gelegenheit dazu bekommen. Fast alle Kinder machten damals ihre Hausaufgaben gerne. Teilweise zeigten sie sie stolz, bevor sie in meinem Briefkasten landeten, teilweise wurden Mengen an ABs mitgenommen und erledigt (warum nicht, wenn es Spaß macht) und bei einzelnen war auch zu beobachten, dass nicht viel in meinem Briefkasten von diesen Kindern landete. Dort habe ich dann mit den Kindern ein kurzes Gespräch geführt, warum es hilfreich sein könnte, sich Hausaufgaben einzupacken. Bei einigen hat es geholfen, bei anderen nicht. Diese Kinder hätte ich aber auch mit festgelegten Hausaufgaben nicht erreicht.

Nun sind sie alle in der 3. Klasse. Wir schreiben Klassenarbeiten, ich muss Noten geben... Alle sollen zum gleichen Zeitpunkt das Gleiche können. Wie irrsinnig, sind die kleinen Mäuse doch alle so verschieden und individuell. Plötzlich bekommen die Hausaufgaben eine andere Bedeutung, sollen den langsameren Kindern noch etwas zusätzliche Lernzeit verschaffen. Nur noch 2 Kinder aus der Klasse dürfen sich ihre Hausaufgaben selber wählen, weil sie im Stoff sowieso so weit voraus sind.

Und das Ergebnis? Die Kinder, die Schwierigkeiten haben, "vergessen" ihre Hausaufgaben ständig. Ich ärgere mich darüber (wie blöd von mir), ich spreche mit den Kindern, es ändert sich nichts, ich schreibe ins Hausaufgabenbuch an die Eltern (entweder antworten sie nicht oder sie finden Entschuldigungen), die Eltern ärgern sich (über die Kinder und über mich), es gibt Stress zwischen Eltern und Kindern, die Kinder begrüßen mich telweise nicht mehr mit einem Lachen, sondern sind unglücklich, da sie ja genau wissen, dass sie die Hausaufgaben "vergessen" haben (zumindest war es bei mir so, als ich vor rund 40 Jahren keine Hausaufgaben machte, weil das Leben einfach noch so viel mehr zu bieten hatte als Schule, aber nur wenig Zeit dafür blieb).

Ich danke für deinen Anstoß, Susanne! In Zukunft werde ich wieder gelassener mit den Hausaufgaben umgehen, sie den Kids als Möglichkeit zum Üben anbieten und wieder mehr zu meinen Überzeugungen stehen, als mich selbst vor den Hausaufgabenkarren spannen zu lassen. Mit meinen heute immerhin 50 Jahren bereue ich jedenfalls nicht, als Kind keine Hausaufgaben gemacht zu haben. Ich finde, ich habe die Zeit mit sinnvolleren Dingen verbracht, an die ich mich heute zum Teil noch wirklich gerne erinnere.

Liebe Grüße sendet Chester

vom 08.02.2017, 14.28
Antwort von Susanne Schäfer:

Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen  Einblick.
Ich habe ab Klasse 7 nie wieder Hausaufgaben gemacht.
Aber das wäre ein anderes Thema, genug aufgegeben hat es jedenfalls......

Ich glaube wirklich, dass Hausaufgaben ein extremer Stressfaktor sind, u.a. eben auch innerhalb der Familie.

Dir liebe Grüße und danke, dass Du Dir so oft Zeit für einen Kommentar nimmst!
14. von Merle

Interessanter Artikel zum Thema:
Hier klicken

vom 07.02.2017, 09.48
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke für das Verlinken.
Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen.
13. von FrauUrbi

Schön zu lesen, dass auch andere Kollegen und Kolleginnen sich in Sachen Hausaufgaben auf den Weg machen! Wir haben auch seit einigen Monaten die Wochenhausaufgaben in unseren Eingangsstufenklassen eingeführt! Wir machen das auch in Form eines Plans.Leider kommen wir auch noch nicht von den Arbeitsblättern in differenzierter Form los. Aber wir sind dran und tüfteln weiter! Die Resonanz der Kinder und Eltern ist bisher durchweg positiv! Wir sind gespannt, wie sich unser System weiter entwickelt und sind deshalb immer froh, uns mit anderen zu diesem Thema austauschen zu können!

vom 06.02.2017, 13.30
Antwort von Susanne Schäfer:

Das klingt spannend und ich finde den konstruktiven Austausch auch fruchtbar und wichtig.
Danke für die Rückmeldung!
12. von Kinderauge

Gebt doch Kekse her statt Hausaufgaben - die werden mit Sicherheit "erledigt". Dann muss auch kein Lehrer mehr etwas abheften.
Wie bunt könnte das Leben doch sein!

vom 06.02.2017, 12.33
Antwort von Susanne Schäfer:


11. von @ndrea

Hurra, ich unterrichte in der Ganztagsschule!
Und somit sollten HA kein Thema mehr sein, abgesehen vom Lesen (Ganzschriften) wird alles in der Schule erledigt und das finde ich gut so. Ich nutze "Lernstunden" (-wie bei uns die HA-Zeit benannt wird) zum Üben und Vertiefen. Doch es gibt Kollegen, die an der HA-Tradition festhalten und sogar HA-Hefte führen. Seltsam, oder? I

vom 06.02.2017, 09.41
Antwort von Susanne Schäfer:

Eure Ganztagsschule ist eine gebundene Ganztagsschule?
Unsere ist eine Offene Ganztagsschule und das birgt, insbesondere im Bereich der Hausaufgaben auch noch einmal einige Tücken.
Lernzeiten finde ich super.
Gibt es bei uns so derzeit nicht.
Oder besser: Noch nicht.
:-)
10. von silke

Hallo Frau Schäfer, die Argumentation wie die Ihre höre ich leider in den letzten Jahren immer häufiger. Vielleicht liegt es daran, dass sich manche Kollegen und Kolleginnen den eigentlichen Sinn der Hausaufgaben nicht mehr vor Augen führen: Hausaufgaben sollen im Unterricht Behandeltes nochmals vertiefen und üben. Sie stehen also in unmittelbarer Beziehung zum Unterrichtsstoff. Dabei kommt es nicht darauf an, viele Hausaufgaben aufzugeben - das muss man den Eltern transparent machen. Mit Wochenhausaufgaben erreicht man dieses nicht, sie sind lediglich eine Verlagerung des Unterrichtstoffs nach Hause und werden häufig von den Sekundar- und Gesamtschulen praktiziert - dann aber haben die Schüler spezielle Lernzeiten dafür. Hausaufgaben abzuschaffen halte ich für absolut kontraproduktiv. Es kann nicht sein, dass alles abgeschafft wird, wenn es nicht mehr so funktioniert wie es sollte oder zu anstregend wird. Vielleicht muss man sich als Lehrer aber auch nur die Mühe machen Hausaufgaben wert zu schätzen, sie regelmäßig einzufordern und zu kontrollieren. Hausaufgaben gehören zu den Pflichten der Schüler, ein Wort, dass viele Kinder heute leider nicht mehr kennen, auch weil es immer mehr Lehrer gibt, die darauf keinen mehr Wert legen und den einfacheren Weg bevorzugen.


vom 06.02.2017, 08.09
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass vergessen wurde, welcher Sinn sich einst hinter Hausaufgaben verbarg.
Da sich aber das Leben, die Menschen und dadurch auch die Schule und der Unterricht ändern, halte ich es für notwendig Modifizierungen vorzunehmen.
Und über Wochenhausaufgaben denke ich grundsätzlich anders.
:-)
Es geht auch gar nicht darum, etwas abzuschaffen, weil es Mühe macht zu anstrengend wird, sondern es geht darum genau hinzuschauen, wo und wie Schule sich verändert und wo sich dieses auswirkt.
So zumindest sehe ich das.
Unterricht muss sich verändern, Hausaufgaben dürfen das auch.
Also meinetwegen zumindest.
Und ich denke, wie in vielen Bereichen der Pädagogik gibt es auch hier keinen Absolutismus.
9. von Gerda

Ich bin dazu übergegangen weniger Hausaufgaben zu geben als noch vor ein paar Jahren, allerdings gebe ich doch täglich 1-2 , mir ist es wichtig, dass die Kinder zuhause noch einmal den Lernstoff zuhause sich anschauen und reflektieren, ob sie das Gelernte verstanden haben oder noch einmal Hilfe brauchen.

vom 05.02.2017, 21.01
Antwort von Susanne Schäfer:

Aber funktioniert das nicht ohnehin nur sehr bedingt?
Die Kinder, die es am nötigsten haben, sind manchmal gar nicht in der Lage zu Hause eigenständig zu reflektieren.
Läuft das nicht auf eine Benachteiligung all der Kinder hinaus, die häuslicherseits keine Unterstützung bei diesen Lernprozessen oder Reflektionen haben?
8. von Jule

Hallo,
ich mag auch keine Hausaufgaben. Manchmal gibt es sie, aber äußerst selten (nicht mehr als einmal wöchentlich). Meist gibt es gar keine!

vom 05.02.2017, 20.47
Antwort von Susanne Schäfer:

Schwierig wird es ja auch immer dann, wenn Parallelklassen ganz unterschiedlich damit umgehen.
Eltern neigen nach wie vor ja sehr gerne dazu, zu vergleichen.
Eine schuleinheitliche Lösung halte ich durchaus für erstrebenswert.
Es stecken ja auch Grundsatzgedanken und - haltungen dahinter.
:-)
7. von Kerstin

Hallo,
wir haben zur Zeit an unserer Schule folgendes Modell: Montags bekommen die Kinder nur Deutsch HA auf und Mittwochs nur Mathe HA. Das ist für die Kinder viel entspannter und auch für uns Lehrer viel angenehmer. In Klasse 3 und 4 ist es so auch möglich einen Übungsaufsatz als HA aufzugeben, da die Kinder am Montag dafür 30 min Zeit haben. Am Di und Do gibts (noch) das alte/ normale HA-Modell, aber wer weiß wie lange noch....

vom 05.02.2017, 20.19
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke, dass Du hier Euer Modell vorstellst. Klingt auf jeden Fall interessant und nachvollziehbar.
6. von Anja

Du sprichst (schreibst) mir aus der Seele! Ich habe aber aber auch noch keine Lösung gefunden, da idealerweise alle Kollegen an einem Strang ziehen.

vom 05.02.2017, 20.10
Antwort von Susanne Schäfer:

Ja, das sehe ich genauso. Es sollte ein schuleinheitlicher Gedanke/Konzept dahinterstehen.
Das ist mitunter etwas schwierig.
5. von Katha

Liebe Susanne!
Es tut sehr gut, das hier zu lesen. Mir geht es mit den HA ähnlich - nur selten finde ich sie wirklich zielführend und oft erlebe ich, dass gerade die Kinder, die häusliche Übung am nötigsten hätten, sie doch nicht bekommen...
Bei mir hat es sich inzwischen eingebürgert, dass der Wochenplan auch der Hausaufgabenlieferant ist. Vor allem an meinen 1-Stunde-in-der-1.-Klasse-Tagen war es mir fast unmöglich, alte HA zu kontrollieren, zu arbeiten und am Ende neue HA zu geben. Nun muss jeden Tag von MO bis DO eine Aufgabe aus dem WP zuhause bearbeitet werden. Bei den meisten ist das dann 10 Minuten im AH arbeiten. SO genüge ich dem Anspruch, HA gegeben zu haben, muss sie aber nicht täglich kontrollieren sondern rechne am Ende der Woche mit dem gesamten WP ab. Sowas wie AH Seite 45 geht bei mir nämlich auch nicht, da die Kids auch bei mir in eigenem Tempo darin arbeiten.
Beste Grüße,
Katha

vom 05.02.2017, 19.55
Antwort von Susanne Schäfer:

Danke für Deine Rückmeldung.
Ich denke, das mit dem AH Seite 45 geht im Grunde eigentlich nirgendwo mehr.
4. von Sabrina

Du sprichst mir aus der Seele! Auch ich wäre eine Befürworterin der Abschaffung der Hausaufgaben bzw. der Einführung von "Lernzeiten". Die Zeit, die man mit dem aufgeben, aufschreiben und kontrollieren von Hausaufgaben verbringt, könnte man deutlich effektiver nutzen. Leider ist für die meisten Eltern (und auch für viele Kollegen) die Hausaufgabe unbedingt notwendig und nicht wegzudenken. Um differenzierte Hausaufgaben kommt man meiner Meinung nach nicht herum. Aber auch hier muss man sich gegenüber Eltern oft rechtfertigen, warum denn nicht alle das gleiche aufhaben. Ich handhabe es häufig so, dass ich Zeiten dazu schreibe. Z.B. 15 Minuten im Arbeitsheft auf Seite ... rechnen. 15 Minuten am aktuellen Deutscharbeitsplan arbeiten. Das hat natürlich zur Folge, dass die Menge der angefertigten Hausaufgaben von Kind zu Kind sehr variiert. Aber ich finde es wichtiger, dass die vorgegebenen Hausaufgabenzeiten nicht überschritten werden, damit die Kinder auch noch Zeit haben, Kind zu sein, und nicht den Nachmittag damit verbringen, Hausaufgaben zu machen.

vom 05.02.2017, 19.03
Antwort von Susanne Schäfer:

Ganz genau. Das Kindseindürfen fehlt mir auch hin und wieder.
:-)
Also nicht mir, sondern den Kindern...
3. von Marion

Auf Hausaufgaben könnte ich gut verzichten. Man wird keinem Kind gerecht. Für die einen ist es viel zu schwierig, für die anderen viel zu leicht. Für die einen zu viel, für die anderen zu wenig. Wochenplanhausaufgaben können nur aus wiederholenden Aufgaben bestehen. Aktuelles kann man schlecht mit rein nehmen. Ich habe bei mir jetzt Expertentage eingeführt und bin am überlegen, ob ich dies nicht irgendwie als längerfristige Hausaufgabe mit einbinden kann. Für Deutsch und Sachunterricht würde das auch ganz gut funktionieren.

vom 05.02.2017, 18.59
Antwort von Susanne Schäfer:

Das klingt interessant. Wie soll das mit den Expertentagen genau funktionieren?
2. von Spilla

Hausaufgaben sind auch bei uns ein Dauerbrenner und werden so ähnlich gehandhabt wie bei euch.
Was ich schon lange mal fragen wollte ist, ob es bei euch eigentlich eine begrenzte Anzahl von Fotokopien bzw. Druckerpatronen gibt, die ihr in einer bestimmten Zeit verbrauchen dürft.
Danke für deine interessanten Einblicke.
Liebe Grüße
Spilla

vom 05.02.2017, 18.19
Antwort von Susanne Schäfer:

Bei uns hat jeder eine Kopiernummer und es wird halbjährlich abgerechnet. Die Kopien werden über die Klassenkasse finanziert, eine rechtlich schwierige Vorgehensweise.
Ich drucke das meiste zu Hause aus, weil ich das Schlangestehen am Kopierer und den ständigen Papierstau nicht wirklich mag.
:-)
1. von Petra

Hallo Susanne
Das war auch ein Thema bei unserer letzten Konferenz. Vor allem die Erstklässler, die bei uns in der Betreuung sind, sind nach 5 Schulstunden meist so fertig, dass die Hausaufgaben oft nur noch Krampf und Kampf bedeuten. Leider ist es auch so wie du beschrieben hast, dass einige Kollegen, aber vor allem Eltern auf Hausaufgaben bestehen. "Später am Gymnasium müssen sie ja auch Hausaufgaben machen." Dieser Satz ist dann häufig zu hören. WIr sind in unserer Schule auch auf der Suche nach einer Lösung. Warten wir es ab... LG Petra

vom 05.02.2017, 18.13
Antwort von Susanne Schäfer:

Das mit dem "später an anderen Schulen" kenne ich auch, erlebe ich aber bei meinen eigenen Töchtern durchaus anders. Das, was die Kinder können müssen ist: Lernen
Sie müssen gelernt haben,wie man lernt.
Hausaufgaben bekommen meine Töchter seltenst auf, dazu sind die Schultag viel zu lang.
Dennoch werden Lernkompetenzen erwartet und das zu Recht.
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Anne
Liebe Susanne, erst einmal ein großes Lob für die vielen liebevoll gestalteten Dinge. Ich möchte im neuen Schuljahr auch eine Eisbärenklasse starten. Gibt es schon Schilder für die Tafel mit den Unterrichtsstunden? LG
21.5.2017-17:17
Melanie
Liebe Susanne,
vielen Dank für deine tollen Texte, darin kann man sich wirklich stundenlang verlieren!
Am Schuljahresanfang hattest du Auf- und Einräumbilder deines Klassenraumes gepostet, mich würde mal interessieren, wie es jetzt so bei dir aussieht, nachdem darin schon eine ganze Weile gelebt wird.
Es grüßt dich ganz herzlich,
Melanie
14.5.2017-19:18
Pepe
Weil nicht sein darf, was nicht sein soll! Mutige, offene Worte. Vielen Dank dafür, Susanne. Genau so sieht es aus.
23.2.2017-16:37
Melli
Liebe Susanne, ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um dir ganz ganz herzlich für die tolle Idee und natürlich deine süßen Materialien zum Märchentag zu danken. Wir begehen seither den "Märchenfreitag" (stundenplanbedingt) und meine Erstklässler lieben es! Gerade für meine sehr spracharmen Kinder ist es eine tolle Möglichkeit, den Wortschatz zu erweitern und sie zum Sprechen und Erzählen anzuregen. Und ähnlich wie du habe auch ich einen ungemeinen Spaß daran, jede Woche ein neues Märchen vorzubereiten und mal keine Buchstabeneinführung ö.ä. zu machen. Also lieben, lieben Dank!!!
18.2.2017-11:02
Angelika
"Menschen" wie "immer wieder" sollte man einfach ignorieren, Ernst nehmen kann man das nicht. Peinlich trifft es auch ganz gut.
15.1.2017-17:32
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Carolin T.:
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Danke, für den tollen Einblick ;) Ich lese ge
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Sissi :
Liebe Susanne, eine wirklich schöne Idee, die
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Liebe Susanne,vieeelen Dank für diese tolle I
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